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Stefan Kretzschmar hat in seiner Karriere kein Harz gebraucht
Stefan Kretzschmar hat in seiner Karriere kein Harz gebraucht © SPORT1

Stefan Kretzschmar vermutet hinter dem geplanten Harz-Verbot Geldmacherei und wähnt den Handball auf dem Irrweg. Der SPORT1-Experte selbst habe Harz nie benötigt.

Das geplante Harz-Verbot im Handball kann sich SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar nur schwer erklären.

"In der heutigen Zeit vermute ich hinter jeder positiven neuen Änderung einen ökonomischen Gewinn für irgendjemanden", sagte Kretzschmar bei SPORT1: "Wenn ich die Interviews von Herrn Moustafa (IHF-Präsident Hassan Moustafa, Anm. d. Red.) lese, dass man über eine Million in die Entwicklung eines Balles investiert hat, der jetzt selbstklebend ist, dann bin ich mal gespannt, was die IHF sich da überlegt hat."

Auch bei DHB-Vizepräsident Bob Hanning stoßen diese Pläne auf Skepsis. "Den Ball will ich erst mal sehen, der das Harz ersetzt. Schließlich lebt unsere Sportart von spektakulären Aktionen", hatte der Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes bei SPORT1 gesagt.

Moustafa hatte in der Vorwoche erklärt, dass der Gebrauch von Harz in einem Jahr weltweit bei allen Handballspielen verboten werden soll.

Der Grund: Das chemische Produkt sei gesundheitsgefährdend und verschmutze die Böden in den Sporthallen.

Diese Begründung verwundert Kretzschmar. "Also sollte wirklich jemand nachweisen, dass dieses Harz absolut gesundheitsschädlich ist, dann muss man sich natürlich darüber Gedanken machen. Es ist nur anscheinend die letzten 20 Jahre keinem aufgefallen, dass es gesundheitsschädlich ist, oder es war kein Thema", sagte der 43-Jährige.

Kretzschmar, der selbst Harz nie gebraucht hat, weil seine "Hände groß genug" waren, sieht das Problem eher an anderer Stelle: "Ich glaube, das ist eher ein Problem der Hallenmeister, die diesen Boden natürlich andauernd sauber machen müssen."

Die unzähligen Veränderungen im Handball sieht er kritisch. Seit 1. Juli sind bereits Änderungen in Kraft, die auch für Kritik gesorgt haben. Unter anderem werden Regelverstöße in den letzten 30 Sekunden eines Spiels härter bestraft.

Nach Anzeige des "passiven Spiels" durch die Schiedsrichter sind zudem für das angreifende Team nur noch maximal sechs Pässe erlaubt, bevor die Referees das Zeitspiel abpfeifen. Zudem sorgte die Option des siebten Feldspielers für eine Art Revolution.

"Wenn man schon Regeländerungen macht, sollte man versuchen, den Handball einfacher zu machen. Unser Problem ist ja, dass viele von den Event-Fans da draußen unseren Sport nicht verstehen", sagte Kretzschmar: "Für meine Begriffe ist man auf dem Weg, entscheidende Fehler zu machen. Dass man diese Sportart immer mehr verkompliziert."

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