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Handball - Olympics: Day 12
Das Harz beim Handball könnte schon bald Geschichte sein © Getty Images

Der Weltverbands-Präsident verteidigt das geplante Harz-Verbot im Handball und spricht über den Entwicklungsstand des neuen "Super-Balls". Die Shotclock will der Boss nicht.

IHF-Präsident Hassan Moustafa hat sich zum umstrittenen Harz-Verbot im Handball geäußert und versucht, die Kritiker zu beschwichtigen.

"Wir haben im Handball zwei große Probleme: Der Ball ist nach zehn Minuten dreckig, auch wenn er gut aussieht. Das zweite ist, dass viele Länder, Städte oder Hallenbetreiber keine Handballspiele erlauben, weil die Böden dreckig werden", sagte Moustafa Handball-Planet.

Für das Harz-Problem müsse man eine Lösung finden, erklärte der IHF-Boss. Stattdessen soll Hersteller Molten einen speziell haftenden Ball entwickeln.

Zoff um Harz-Verbot und selbstklebenden Ball

Schon im August hatte Moustafa ein Harz-Verbot angekündigt - viele Experten äußerten sich aber skeptisch. "Den Ball will ich erst mal sehen, der das Harz ersetzt. Schließlich lebt unsere Sportart von spektakulären Aktionen", sagte Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes, damals bei SPORT1.

Auch SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar kritisierte: "In der heutigen Zeit vermute ich hinter jeder positiven neuen Änderung einen ökonomischen Gewinn für irgendjemanden. Wenn ich die Interviews von Herrn Moustafa lese, dass man über eine Million in die Entwicklung eines Balles investiert hat, der jetzt selbstklebend ist, dann bin ich mal gespannt, was die IHF sich da überlegt hat."

"Werden einen Super-Ball bekommen"

Momentan wird der neue Molten-Ball in Katar von einigen Teams getestet, wie Moustafa berichtete. Molten brauche noch "zwischen drei und sechs Monaten, um das Produkt zu finalisieren". Der Hersteller selbst wollte sich auf SPORT1-Nachfrage nicht zum neuen Ball äußern.

Der IHF-Boss ist aber fest vom Erfolg des neuen Spielgeräts überzeugt. "Wir werden einen Super-Ball bekommen", versicherte er: "Heute muss man den Ball noch manchmal wegen der Feuchtigkeit nach 10-15 Minuten austauschen. Das wird es mit dem neuen Ball nicht mehr geben. Der wird hervorragend."

IHF-Boss gegen Shotclock

Von der Idee einer Shotclock, wie beispielsweise beim Basketball, ist Moustafa dagegen deutlich weniger begeistert.

"Nein, das ist nicht gut. Wir wollen keinem anderen Sport nacheifern", sagte er und sprach sich für das klassische Ahnden des Zeitspiels aus: "Die Schiedsrichter können entscheiden, ob ein Team ernsthaft angreift oder nicht. Dann können sie die Hand heben."

Die Angriffszeit exakt auf 40-45 Sekunden zu beziffern, bezeichnete der IHF-Boss als "schwierig".

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