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SG Flensburg-Handewitt v THW Kiel - DKB HBL
Nach zwei Ligapleiten trifft Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes mit seinem Team auf Paris © Getty Images

Der THW Kiel verliert in der Champions League sein Auftaktspiel in Zagreb deutlich. Die beiden anderen deutschen Teams treffen gar auf die Top-Favoriten des Wettbewerbs

Böse Auftaktpleite für Kiel, höchste Stolpergefahr für Flensburg und die Rhein-Neckar Löwen: Den deutschen Teams droht in der Champions League angesichts der Mammutaufgaben am Wochenende ein kollektiver Fehlstart.

Die SG Flensburg-Handewitt empfängt das französische Starensemble von Paris St. Germain, die Rhein-Neckar Löwen fordern den Titelverteidiger FC Barcelona heraus.

"Ich bin sehr traurig und enttäuscht", sagte Kiels Spielmacher Domagoj Duvnjak nach der deutlichen 22:29-Niederlage beim kroatischen Serienmeister RK Zagreb den Kieler Nachrichten: "Sieben Tore sind zwar zu viel, aber wir waren einfach nicht gut genug für einen Sieg in Zagreb."

THW-Coach Alfred Gislason monierte angesichts zwischenzeitlicher 20:18-Führung (44.) "in der letzten Viertelstunde zu viele Fehler" seines Teams und fügte zerknirscht an: "Vielleicht haben die Schiedsrichter auch einige Fehler gemacht."

Deja-Vu-Erlebnis für Kiel

Zagreb scheint für Kiel jedenfalls kein gutes Pflaster zu sein: Schon im vergangenen Jahr war der Königsklassen-Auftakt in der kroatischen Hauptstadt gründlich daneben gegangen (25:27).

Danach verlor der dreimalige Champion in der Gruppenphase allerdings kein Spiel mehr und qualifizierte sich souverän als Gruppensieger für das Achtelfinale.

Während die Stars vom THW Kiel am Freitag noch mit ihrem bitteren Deja-vu-Erlebnis zu kämpfen hatten, nahmen die anderen deutschen Königsklassen-Vertreter ihre keinesfalls minder hohen Auftakthürden ins Visier - mit Paris und Barcelona warten gleich die beiden Top-Favoriten.

Champions League zur Ablenkung

"Vom Papier her haben sie die zurzeit weltbeste Mannschaft", sagte Flensburgs Manager Dierk Schmäschke mit Blick auf das Heimspiel gegen das Pariser Starensemble am Samstag (ab 17.30 Uhr im LIVETICKER).

Katarische Investoren pumpen seit Jahren Millionen in den Klub und lockten im Sommer auch noch Welthandballer Nikola Karabatic, der nach einer Wangenverletzung am Mittwoch erstmals in der Liga mitmischte, an die Seine.

Nach den beiden überraschenden Niederlagen in der Liga (Melsungen und Wetzlar) will Flensburg ausgerechnet gegen Paris in die Erfolgsspur zurückfinden.

So bezeichnete Schmäschke das Paris-Spiel als "eine gute Gelegenheit, unsere Lockerheit und das Selbstbewusstsein wiederzufinden".

Löwen optimistisch

Völlig ohne Druck gehen unterdessen die in der Liga noch verlustpunktfreien Rhein-Neckar Löwen in ihre Auftaktpartie am Sonntag (19.30 Uhr im LIVETICKER) gegen Barcelona.

"Wir rechnen uns gute Chancen aus", sagte Löwen-Geschäftsführer Lars Lamade forsch.

Nach dem Achtelfinal-Aus im Vorjahr haben sich die Badener in dieser Saison mindestens das Erreichen des Viertelfinales auf die Fahnen geschrieben.

"Ab da kann man richtig Geld verdienen, vorher ist das schwierig", sagte Lamade. Deswegen hätte er das Heimspiel gegen Barcelona auch gerne zu einem späteren Zeitpunkt gehabt.

"Für eine komplett volle Halle kommt die Partie gefühlt ein bisschen zu früh", so Lamade.

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