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THW Kiel v Orlen Wisla Plock - EHF Champions League
Niklas Landin lieferte eine überragende Partie ab © Getty Images

Kiel - Der THW Kiel schaltet nach einer starken Aufholjagd den ungarischen Vertreter Pick Szeged aus. Jetzt wartet der spanische Erzrivale um einen ehemaligen Publikumsliebling.

Handball-Rekordmeister THW Kiel hat das erstmalige Ausscheiden im Achtelfinale der Champions League abgewendet und darf weiter vom vierten Titelgewinn in der Königsklasse träumen.

In eigener Halle drehte das Team von Trainer Alfred Gislason durch das 36:29 (18:14) gegen den ungarischen Vizemeister Pick Szeged die 29:33-Niederlage aus dem Hinspiel. Gegner bei der 18. Viertelfinal-Teilnahme des THW ist der FC Barcelona mit dem Ex-Kieler Filip Jicha.

Am Sonntag kämpfen noch die SG Flensburg-Handewitt gegen Montpellier HB (Hinspiel: 28:27) und die Rhein-Neckar Löwen gegen RK Zagreb (Hinspiel: 24:23) um den Einzug in die Runde der letzten Acht.

"Das war eine super Leistung gegen eine sehr starke Mannschaft. Wir haben uns im Spielverlauf enorm gesteigert", sagte Gislason bei Sky: "Ich bin sehr stolz auf alle."

Landin bescheiden - Sonderlob für EM-Held Dahmke

In der Schlussphase behielt Kiel dank seines überragenden Schlussmanns Niklas Landin (34 Prozent abgewehrte Bälle) die Nerven, setzte sich nach zuvor engem Spielverlauf bis zur 56. Minute vorentscheidend auf 33:26 ab.

"Große Torhüter machen in entscheidenden Momenten das, was man von ihnen erwartet", teilte Gislason mit: "Aber auch die Abwehr wurde besser und besser." Landin selbst spielte seine Leistung herunter: "Das war nicht mein bestes Spiel, aber da waren sehr wichtige Paraden dabei."

Erfolgsreichtste THW-Schützen waren Marko Vujin mit neun und Niclas Ekberg mit sieben Toren, Europameister Christian Dissinger steuerte fünf Treffer zum Erfolg bei. Ein Sonderlob vom Trainer erhielt auch Linksaußen Rune Dahmke: "Er hatte ein Leistungsloch nach der EM, heute hat er ein super Spiel abgeliefert."

"Wir haben nach dem Hinspiel nicht damit gerechnet, dass wir weiterkommen", verriet der fantastisch aufgelegte Europameister: "Aber wir haben gezeigt, was wir mit dem Publikum, Wille und Kampf erreichen können. Die Halle und wir - wir waren heute eine Einheit."

Gegen die aggressive Gäste-Abwehr übernahmen die Kieler zur Mitte der ersten Hälfte die Kontrolle und gaben sie nicht mehr ab. Der Vier-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel war erstmals in der 18. Minute durch den Treffer zum 11:7 egalisiert - Torschütze war Landin.

"Spiel gegen alte Freunde"

Nun wartet also Barca.

Das ist die Wiederauflage des Champions-League-Finales von 2000 und 2010. Das erste Endspiel gewannen die Spanier, das zweite die Deutschen. "Ich bin dankbar für dieses Spiel", sagte Gislason. "Das ist eine richtig gute Mannschaft mit einer richtig guten Geschichte und vielen Titeln", fügte Landin an.

Neben Jicha, der acht Jahre das Trikot Kiels trug, Kapitän war und im Norden Deutschlands zu einem der besten Handballer der Welt reifte, spielen mit Gudjon Valur Sigurdsson und Wael Jallouz zwei weitere Ehemalige beim spanischen Meister.

"Barcelona hat eine der besten Mannschaften seit langem", teilte Rune Dahmke mit: "Das wird ein Spiel gegen alte Freunde."

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