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Im Kielce-Dress wird ausgerechnet auch der deutsche Europameister Tobias Reichmann zum Flensburger Stolperstein © imago

Nach einem Thriller im Rückspiel in Kielce ist die SG Flensburg-Handewitt raus der Königsklasse. Eine Schiedsrichter-Entscheidung am Ende erhitzt die Gemüter.

Das war nichts für schwache Nerven - und hat bei den Norddeutschen viel Wut über die Unparteiischen verursacht:  

Die SG Flensburg-Handewitt ist nach einem Handball-Krimi im Viertelfinale der Champions League jäh gescheitert.

Der deutsche Pokalsieger unterlag im Rückspiel beim polnischen Meister KS Vive Kielce 28:29 (13:14) und verpasste nach dem 28:28 im Hinspiel die Teilnahme am Final-Four-Turnier in Köln (28./29. Mai).

Damit ruhen die deutschen Hoffnungen in der Königsklasse auf Rekordmeister THW Kiel, der am Samstag nach einem 29:24-Hinspielerfolg bei Titelverteidiger FC Barcelona gastiert.

Reichmanns Aktion nicht geahndet

Im Hexenkessel von Kielce unterlag Flensburg trotz einer starken Leistung von Torhüter Mattias Andersson.

Kielce mit Europameister Tobias Reichmann (sieben Tore) profitierte von einigen fragwürdigen Entscheidungen der französischen Schiedsrichter, die den Gastgebern häufig Überzahlsituationen ermöglichten.

In der letzten Sekunde verweigerten die Schiedsrichter der SG einen Siebenmeter. Reichmann hatte Thomas Mogensen, der frei vor dem Tor auftauchte, von hinten umgerissen.

Doch der Pfiff der Referees blieb aus. Ein 29:29 hätte zum Weiterkommen gereicht.

"Das tut weh. Wir sind enttäuscht. Wir haben sehr gekämpft und dann passiert so etwas", sagte SG-Trainer Ljubomir Vranjes mit Blick auf die umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen bei Sky: "Wir waren besser heute. Ich bin trotzdem stolz auf meine Mannschaft."

Schmäschke wütet über Referees

Während Vranjes sich für seine Verhältnisse mit einem Urteil über die Unparteiischen noch zurückhielt ("Ich möchte nicht über Schiedsrichter reden. Was sollen wir machen?  Es ist, wie es ist.") wütete Dierk Schmäschke bei Sky: "Wenn die Schiedsrichter nicht den Arsch in der Hose haben, den zu pfeifen, dann tut das weh."

Der SG-Geschäftsführer ergänzte: "Solche Entscheidungen der Schiedsrichter und der Einfluss auf unseren Sport sind beschämend."

Indirekten Zuspruch bekam Schmäschke von Stefan Kretzschmar. Der SPORT1-Experte erklärte via Twitter: "Das ist leider der Nachteil unserer Sportart. Zu viel Einflussmöglichkeiten der Schiedsrichter."

Schiedsrichter verweigern Siebenmeter

Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit setzte sich Kielce in der 40. Minute auf 19:16 ab, doch der Champions-League-Sieger von 2014 glich wieder aus (21:21/45. Minute).

Beim 26:25 (54.) ging das Team von Vranjes nach längerer Zeit sogar in Führung, ehe die Gastgeber in der hektischen Schlussphase das glücklichere Ende für sich hatte.

Beste Werfer der Gäste waren Rasmus Lauge Schmidt und Lasse Svan mit jeweils acht Toren.

Flensburg ist bereits am Wochenende beim REWE Final Four um den DHB-Pokal in Hamburg wieder gefordert (30. April und 1. Mai LIVE im TV auf SPORT1). Im Halbfinale trifft die SG am Samstag auf den Bundesliga-Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen.

Im Stenogramm:

KS Vive Targi Kielce - SG Flensburg-Handewitt 29:28 (14:13)
Tore: Jurecki (9), Reichmann (7), Striek (3), Lijewski (3), Aguinagalde Akizu (2), Buntic (2), Chrapkowski (1), Jachlewski (1), Zorman (1) für Kielce - Svan (8), Schmidt (8), Mahe (6), Glandorf (2), Eggert Magnussen (1), Mogensen (1), Toft Hansen (1), Gottfridsson (1) für Flensburg

 

   

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