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Stefan Kretzschmar lobt in seiner Kolumne Pokalsieger SG Flensburg-Handewitt

SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar ist begeistert vom Final Four. Flensburg gönnt er den Sieg und sieht die SG gut aufgestellt. Er sieht eine Renaissance des Osthandballs.

Hallo Handball-Fans,

Es wurde mehrmals kopiert, bleibt aber unerreicht: Das Final Four im DHB-Pokal ist für mich das Final Four schlechthin, allein wegen der Atmosphäre in der Halle.

Es ist immer ein großes Fest der Handball-Familie. Das diesjährige Finale war eines der besten, spannendsten und faszinierendsten Finals in der Geschichte des Final Four.

Beide Mannschaften haben großartig gespielt und gekämpft. Es heißt dann immer, so ein Finale hat keinen Verlierer verdient.

Daher auch Glückwünsche an den unglücklichen Verlierer SC Magdeburg, der in diesem Jahr einen unerhörten Aufschwung erlebt und sozusagen für eine Renaissance des Osthandballs sorgt.

Aber natürlich ist die SG Flensburg-Handewitt der verdiente Pokalsieger. Die Flensburger haben den Bann gebrochen. Wenn du viermal in Folge verlierst, entstehen gewisse Sympathien. Dann gönnt man es ihnen, weil sie im fünften Anlauf den Pokal gewonnen haben.

Trainer Ljubomir Vranjes ist ein tadelloser Typ, der alles für die Mannschaft gibt. Und seine Jungs gehen für ihn durchs Feuer.

Für die kommende Saison haben sich die Flensburger mit Rasmus Lauge, Petar Djordjic und Henrik Toft Hansen gut verstärkt und eine intelligente Personalpolitik betrieben.

Sie haben sowieso einen guten Kader, aber sie konnten die großen Verletzungsprobleme schwer kompensieren. Gerade der Ausfall von Holger Glandorf hat wehgetan.

Wenn alle gesund sind, spielt Flensburg mit diesen Neuzugängen auch wieder um die Champions League mit. Das Potenzial haben sie und das ist auf jeden Fall der Anspruch der SG.

In Sachen Meisterschaft sehe ich aber den THW Kiel in den nächsten Jahren fast als Übermannschaft.

Kiel ist für mich auch im nächsten Jahr der große Favorit. Es wäre natürlich schön, wenn es Mannschaften wie die Löwen, Flensburg oder vielleicht sogar Magdeburg schaffen würden, den Kielern Paroli zu bieten. Doch ich fürchte, dass der THW mit diesem Kader - jetzt auch noch mit Niklas Landin und Nikolas Katsigiannis - den anderen etwas enteilt.

Auch in dieser Saison ist nicht davon auszugehen, dass Kiel noch mal stolpern wird.

Sie werden sich die Meisterschaft holen. Gummersbach ist zwar nicht einfach zu spielen, aber der THW lässt in dieser Phase der Saison nichts mehr anbrennen.

Die Löwen sind einmal zu oft gestolpert, von daher ist es unmöglich, den Kielern diese Meisterschaft noch zu nehmen. Die Mannschaft ist einfach zu abgeklärt.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Kretzsche

Stefan Kretzschmar, 42, ist seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und zuletzt den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysiert "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen.

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