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Die Rhein-Neckar Löwen zittern sich gegen die MT Melsungen zum Sieg. Uwe Gensheimer bringt die Löwen per Siebenmeter ins Final Four. Die Entscheidung ist aber umstritten.

Von Robin Wigger und Uwe Semrau

Die Rhein-Neckar Löwen haben sich ins REWE Final Four des DHB-Pokals gezittert.

Der Spitzenreiter der DKB Handball-Bundesliga bezwang die MT Melsungen mit 22:21 (15:11). Uwe Gensheimer erzielte mit der letzten Aktion per Siebenmeter den Siegtreffer.

Schneider vom Platz gestellt

Allerdings steht hinter dem Ausgang der Partie noch ein Fragezeichen, denn die letzte Entscheidung war höchst umstritten, weswegen Melsungen Protest einlegte. Timm Schneider hatte auf der Gegenseite nach einem Melsunger Fehlwurf den Ball aufgenommen, zwei Schritte zurück gemacht und somit einen möglichen schnellen Gegenstoß der Löwen verhindert.

Zumindest sahen das die Schiedsrichter so, die mit einer Roten Karte reagierten - und einem Siebenmeter für die Gastgeber. Ob diese Regel, die offenbar vor dieser Saison eingeführt wurde, allerdings überhaupt im Pokal gilt, wurde im Anschluss bezweifelt.

Gensheimer war das in dem Moment egal, der Linksaußen ließ sich diese Chance nicht nehmen und traf per frechem Aufsetzer ins Glück. Der zum Saisonende scheidende Kapitän überragte mit acht Treffern.

Sollte Melsunges Einspruch stattgegeben werden, winkt ein Wiederholungsspiel.

Roth: "Bodenlose Frechheit"

Kurz nach Spielschluss war dieser Entschluss noch nicht klar.

"Wenn ein Handballspiel so entschieden wird, das so umkämpft ist über 59 Minuten und 50 Sekunden, und so eine Aktion mit Roter Karte und Siebenmeter bestraft wird, dann sind wir in der Sportart verkehrt", meinte der enttäuschte Michel Roth bei SPORT1: "Mir tun die Zuschauer zu Hause leid, die hätten eine Verlängerung zumindest verdient gehabt, das macht den Handball aus. Ich finde es eine bodenlose Frechheit, so eine Entscheidung zu fällen.

Melsungens Trainer fand zudem lobende Worte für seine Schützlinge: "Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Wir haben kein besonders gutes Spiel gemacht, aber wir haben uns reingebissen, haben in der Halbzeit umgestellt und hatten die Rhein-Neckar Löwen fast so weit, hier weiter zu kommen. Wenn man so ausscheidet, ist es natürlich bitterböse."

Melsungen tobt

SPORT1-Experte Daniel Stephan konnte sich an solch ein dramatisches Ende bei einem Pokalspiel nicht erinnern - und schloss sich Roth an. "So ein umkämpfte Partie so zu entscheiden, ist sehr bitter", meinte der Welthandballer von 1998: "Ob das regelkonform ist, oder nicht, kann ich auch nicht beantworten. Die Regel ist sehr kompliziert."

Während die Löwen feierten, machten die Gäste ihrem Unmut über die Schiedsrichter Luft. Melsungen, das in der Liga bislang als einzige Mannschaft den Vizemeister bezwungen hatte, kämpfte sich nach klarem Rückstand zurück in die Partie. Beim Stand von 20:20 in der Schlussminute hatte das Team von Michael Roth die Chance zum Sieg.

Doch Mikael Appelgren rettete mit einer Glanztat, bevor Schneider sich zur unnötigen Aktion hinreißen ließ - die bitter bestraft wurde.

Flensburg gewinnt Nordkracher

"Wenn der Timm Schneider einen Spieler im Halbfeld zerlegt oder ein grobes Foul passiert, dann sage ich nichts, dann ist es die Regel", sagte Roth: "Aber wenn ein Spieler den Ball nicht genau dahin legt, wo der Freiwurf ist..." Eigentlich hätten die Schiedsrichter eine gute Leistung gezeigt, aber "die letzte Entscheidung war eine Katastrophe".

Zuvor waren bereits die SG Flensburg-Handewitt und die SC Magdeburg ins Pokal-Halbfinale eingezogen. Zudem qualifizierte sich der Bergische HC durch einen 24:23-Sieg im Krimi gegen GWD Minden.

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