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Die MT Melsungen fühlt sich nach der Last-Second-Pleite bei den Rhein-Neckar Löwen betrogen und legt Einspruch ein. Die entscheidende Regel sei im DHB-Pokal nicht gültig.

Von Uwe Semrau und Robin Wigger

Die MT Melsungen hat nach der bitteren Pleite im Viertelfinale des DHB-Pokals gegen die Rhein-Neckar Löwen Protest eingelegt.

Timm Schneider hatte nach einem Melsunger Fehlwurf wenige Sekunden vor dem Ende den Ball aufgenommen, zwei Schritte zurück gemacht und somit einen möglichen schnellen Gegenstoß der Löwen nach einem Freiwurf verhindert.

Die Schiedsrichter bestraften dies mit einer Roten Karte - und einem Siebenmeter für die Gastgeber, den Uwe Gensheimer zum Sieg der Löwen nutzte.

Wiederholungsspiel möglich

Die vor der aktuellen Saison eingeführte Regel, dass Schneiders Aktion - da in den letzten 30 Sekunden passiert - einen Siebenmeter zur Folge hat, ist in den Pokalwettbewerben aber nach SPORT1-Informationen nicht gültig. Deswegen reagierten die Melsunger mit dem Einspruch.

Sollte diesem stattgegeben werden, winkt ein Wiederholungsspiel.

Michael Roth hatte sogar kurzzeitig sein Lachen wiedergefunden. Auf die Frage, warum man sich gegen den Ausgang der Partie wehrt, sagte Melsungens Trainer: "So ganz genau weiß ich es nicht, ich war grad auf der Pressekonferenz." Geschäftsführer Axel Geerken hatte die Entscheidung getroffen.

Man sei "der Meinung, dass es nicht korrekt war. Erst mal die ganze Aktion, dass man das so als Schiedsrichter nicht auslegen kann. Dazu kommt, dass diese Regel im DHB-Pokal gar nicht gelten soll", sagte Roth. Mit der letztgenannten Aussage liegt er definitiv richtig. 

Löwen: Zur Not nochmal spielen

Sein Spieler Michael Allendorf gab zwar zu, dass er es "nicht auf dem Schirm" hatte. Aber "wenn es diese Regel im Pokal nicht gibt, kann man in dieser Situation nicht auf Siebenmeter entscheiden", so Allendorf.

Lars Lamade, Geschäftsführer der Rhein-Neckar Löwen, reagiert abwartend: "Wir freuen uns zunächst über den Sieg, aber die Freude ist natürlich etwas gedämpft. Zur Not müssen wir das Spiel halt nochmal spielen."

Am Samstag soll die Angelegenheit Thema beim Deutschen Handball-Bund in Dortmund sein.

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