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Die SG Flensburg-Handewitt darf nach einem dramatischen Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen weiter von der Titelverteidigung träumen. Auch Magdeburg macht es spannend.

Wieder kein Titel für die Rhein-Neckar Löwen: Auch im neunten Anlauf ist der Bundesliga-Spitzenreiter beim REWE Final Four in Hamburg vorzeitig gescheitert.

In einer dramatischen Verlängerung verloren die Mannheimer das erste Halbfinale des Tages gegen Cupverteidiger SG Flensburg-Handewitt mit 30:31 (26:26, 12:14).

Auch die zweite Vorschlussrundenbegegnung war nach 60 Minuten nicht entschieden: Der SC Magdeburg setzte sich mit 36:33 (29:29, 14:15) gegen den Bergischer HC ebenfalls erst in der Overtime durch.

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Damit kommt es am Sonntag zur Neuauflage des Endspiels aus dem Vorjahr (14.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1). Erstmals in der Geschichte des Final Four gingen beide Semifinals in die Verlängerung.

"Es war ein typischer Pokalfight. Das hatte ich schon so erwartet. Am Schluss hatten wir die besseren Nerven", sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert bei SPORT1

Flensburg wahrte zuvor mit diesem harterkämpften Erfolg seine letzte Titelchance in dieser Saison. Vor drei Tagen war das Team von Coach Ljubomir Vranjes unglücklich gegen Vive Kielce in der Champions League gescheitert, in der Bundesliga ist Platz eins nur noch theoretisch erreichbar.

Eggert behält die Nerven

Möglich gemacht hatte die Verlängerung vor 13.200 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena am Volkspark der Flensburger Anders Eggert, der drei Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit Löwen-Torhüter Mikael Appelgren mit einem Heber per Siebenmeter im wahrsten Sinne des Wortes überwand.

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Schon in den ersten 30 Minuten bekam das Publikum einen wahren Handball-Thriller zu sehen. Keine der beiden Mannschaften konnte sich vorentscheidend absetzen, die Führung wechselte ständig. Von der Champions-League-Belastung der Flensburger war in dieser Phase nichts zu erkennen, sie wirkten sogar einen Tick frischer als ihr Gegner, der sich mit deutlich weniger Belastung auf das Final Four hatte vorbereiten können.

Auch Rasmus Lauge äußerte sich nach der Partie bei SPORT1: "Die Erleichterung ist sehr groß. Wir wollen das hier unbedingt. Wir hatten eine echt harte Woche. In Polen lief es nicht wie gewünscht, das war eine sehr große Enttäuschung und heute hat es zwar nicht alles ganz geklappt, aber am Ende hat es gereicht. Das ist wunderbar." 

Erstklassige Stimmung im Spitzenspiel

Im Verlauf dieses hochklassigen Matches sorgten die Besucher für eine beeindruckende Atmosphäre in der WM-Arena am Volkspark. In den vier Hallenecken saßen die jeweiligen Fans der Finalteilnehmer und animierten auch die neutralen Zuschauer mehrfach zu Szenenapplaus und Standing Ovations.

"Es gibt eben keinen Grund, einen anderen Standort als Hamburg zu wählen", sagte Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann.

Gensheimer treffsicher

Flensburg lag nach 35 Minuten erstmals mit drei Toren in Front (16:13). In dieser Phase war es in erster Linie Löwen-Kapitän Uwe Gensheimer, der vor allem mit sicher verwandelten Siebenmetern die Chancen seiner Mannschaft am Leben erhielt. Nach 43 Minuten führten dann die Mannheimer mit 18:17.

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In der hektischen Schlussphase wurden die Nerven aller Beteiligten bis aufs Äußerste strapaziert. Kurz vor Ende der Verlängerung verteilten die Schiedsrichter nach einer Rudelbildung sogar zwei Rote Karten an Mannheims Rafael Baena und Flensburgs Lauge. Der Däne ist im Endspiel gesperrt.

"Die Karte ist berechtigt. Das ist ganz klar. Es war nicht meine Absicht, ihn an den Kopf zu schlagen, ich wollte ihn schubsen und in die Brust treffen, hab aber leider den Kopf getroffen – das war keine Absicht", so Lauge zu SPORT1.

Schon in der 60. Minute war Löwe Hendrik Pekeler mit Rot vom Platz geflogen und hatte mit dem Foul an Thomas Mogensen Eggert die Chance zu einem Zauber-Strafwurf eröffnet.

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