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Mit einem deutlichen Erfolg über Tabellenführer Rhein Neckar Löwen meldet sich der Rekordmeister zurück im Titelrennen. Bei den Gästen schlägt das Verletzungspech wieder zu.

Vorweihnachtliche Festtagsstimmung in Kiel: Nach einem überraschend deutlichen Erfolg gegen Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen ist der deutsche Rekordmeister in der DKB HBL zurück im Titelrennen.

Der Titelverteidiger rückte durch den 31:20 (12:9)-Sieg bis auf zwei Punkte an das bisher dominierende Team aus Mannheim heran.

Vor 10.285 Zuschauern in der seit Monaten ausverkauften Halle an der Ostsee rehabilitierten sich die Gastgeber durch diesen Triumph auch bei ihrem Publikum. Vor exakt einer Woche hatten die Zebras gegen die SG Flensburg-Handewitt im DHB-Pokal die Qualifikation für das Final Four verpasst und dabei eine schwache Leistung gezeigt. Der Spanier Joan Canellas Reixach in Kieler Diensten war mit neun Toren erfolgreichster Schütze der Partie.

"Kiel drei Schritte voraus"

Gestützt auf eine aggressive Deckung und getragen vom überragenden Niklas Landin im THW-Tor legten die Norddeutschen den Grundstein zu ihrem Triumph bereits in der ersten Halbzeit. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase zogen die Kieler zwischen der zwölften und 20. Minute bis auf 9:5 davon, diesen Rückstand konnten die Gäste nicht mehr aufholen.

"In der ersten Halbzeit waren wir nicht so schlecht. Wir sind viel an Niklas gescheitert. Kiel war uns heute einen, zwei, vielleicht sogar drei Schritte voraus. Wir müssen das so akzeptieren – es bringt jetzt nichts zu lamentieren", sagte Andy Schmid von den Rhein-Neckar Löwen nach dem Spiel bei SPORT1.

Schmerzlich vermisst wurde bei den Löwen Kapitän Uwe Gensheimer. Der Nationalspieler saß zwar zur moralischen Unterstützung auf der Bank, doch ein Muskelfaserriss in der rechten Wade ließ einen Einsatz nicht zu. Überdies verletzte sich Patrick Groetzki in der 28. Minute am linken Knie und musste behandelt werden.

Groetzki verletzt

"Es sieht nicht gut aus. Er hatte die letzten zwei Wochen schon Probleme gehabt. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes", sagte Schmid am SPORT1-Mikrofon.

Unter den Augen von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig dominierte die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason auch nach dem Seitenwechsel die Partie. In dieser Phase hatten die 100 mitgereisten Gästefans gegen die Übermacht der THW-Anhänger einen schweren Stand.

Mit einer 22:14-Führung in der 46. Minute war fast schon eine Vorentscheidung gefallen. Routiniert spielte der THW danach die Schlussphase herunter und bereitete seinen Fans ein lautstark bejubeltes vorweihnachtliches Geschenk.

Landin von Ergebnis überrascht

"Wir haben schon gegen Flensburg nicht gut gespielt. Zuhause wollten wir beweisen, dass wir viel besser spielen können. Das war nochmal extra Motivation", erklärt Kiels Torhüter Niklas Landin bei SPORT1 die starke Leistung.

Etwas überrascht über den Ausgang war er dann aber doch: "Ich hätte nie gedacht, dass wir mit elf Toren gewinnen."

Dragos Oprea, der sein letztes Spiel für die Kieler machte, lobte die gute Stimmung: ""Von der ersten Minute war die Halle da. Die Fans haben uns heute zum Sieg getragen." Auch Joan Canellas war sichtlich angetan von der Atmosphäre.

Nach dem Spiel äußerte der Spanier aber leichte Kritik. "Vielleicht können wir mit noch mehr Toren Unterschied gewinnen", sagte er bei SPORT1 und grinste.

Mit diesem Erfolg revanchierten sich die Platzherren auch für die 20:24-Niederlage im Hinspiel und sind gegen die Mannheimer nun wieder in Schlagdistanz. Für das Team von Coach Nikolaj Jacobsen, von 1998 bis 2004 als Spieler beim THW unter Vertrag, war es die zweite Niederlage der laufenden Bundesligasaison, zuvor waren die Löwen nur beim Überraschungsteam MT Melsungen leer ausgegangen.

Gislason ist sprachlos

"Ich bin beinahe sprachlos. Ich hatte vor dem Spiel angesichts unserer Probleme gehofft, dass wir diese Partie überhaupt gewinnen. Zumal Rune beim Warmmachen noch umgeknickt ist", sagte Kiels Trainer Alfred Gislason nach dem Spiel.

"Wir hatten eine überragende Abwehr mit einem überragenden Niklas Landin, der 50 Prozent der Bälle gehalten hat. Vorne haben wir gut und diszipliniert gespielt, Canellas, Dissinger und all die anderen waren sehr, sehr stark. Ich freue mich riesig, dass ich mit zwei Punkten mehr Weihnachten feiern kann."

Das Spiel im Stenogramm

THW Kiel - Rhein-Neckar Löwen 31:20 (12:9). - Tore: Canellas Reixach (9), Dissinger (8), Vujin (6), Ekberg (4), Oprea (2), Dahmke (1), Toft Hansen (1) für Kiel - Sigurmannsson (5), Baena Gonzales (4), Schmid (4), Larsen (3), Ekdahl du Rietz (1), Groetzki (1), Reinkind (1), Steinhauser (1) für die Rhein-Neckar Löwen. Zuschauer: 10285 (SID)

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