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Unglücklicher Abschluss für die deutschen Handballerinnen. Im Spiel um Platz 5 unterliegen die Ladies gegen Rumänien. Torfrau Clara Woltering verletzt sich.

Zwei Stunden dauerte es, bis der Deutsche Handballbund (DHB) nach dem schmerzhaften Ende einer erfolgreichen Europameisterschaft leichte Entwarnung gab: Clara Woltering kehrte mit der Mannschaft ins Hotel zurück und musste zumindest vorerst nicht im Krankenhaus behandelt werden.

Die Torhüterin war in der letzten Aktion des 22:23 (11:11) der deutschen Handballerinnen im Spiel um Platz fünf gegen Rumänien mit Siegtorschützin Cristina Zamfir zusammengeprallt und erlitt eine schwere Schädelprellung.

"Sie war nicht weg, aber benommen: Das Knie ist ihr gegen den Kopf geknallt", sagte Bundestrainer Michael Biegler. Emily Bölk meinte: "Das war natürlich ein Riesenschock, weil keiner wusste, wie es ihr geht." 

Beste DHB-Werferin vor nur 2210 Zuschauern war einmal mehr Rechtsaußen-Spielerin Svenja Huber mit fünf Treffern. Die 31-Jährige erzielte in den sieben EM-Spielen damit insgesamt 35 Tore, zeigte sich anschließend aber "extrem enttäuscht. Platz fünf wollten wir unbedingt holen", sagte Huber.

Wie schon während der gesamten EM stand Deutschland defensiv kompakt und ließ nur wenige aussichtsreiche Würfe der Rumäninnen zu, die auf Welthandballerin Cristina Neagu verzichtet hatten. Auf die Abwehrarbeit hatte sich Bundestrainer Michael Biegler schon zu Beginn des Turniers fokussiert und wurde in seiner Herangehensweise bestätigt. Nur zweimal kassierte Deutschland mehr als 22 Tore.

Optimistisch für die Heim-WM

Daher blickt Anna Loerper positiv ins WM-Jahr. "Alle Nationen haben gesehen: In Deutschland tut sich was, mit denen muss man in Zukunft rechnen", sagte die Spielführerin: "Das gibt uns Motivation, das nächste Jahr wieder hart zu arbeiten."

Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld gefiel aber auch das Angriffsspiel ausgesprochen gut. "Bei der Spielfähigkeit sind wir Weltklasse, wenn wir mit Tempo spielen. Da brauchen wir uns vor keiner Mannschaft verstecken", sagte er.

Auch DHB-Präsident Andreas Michelmann äußerte sich bei seinem Besuch nur positiv: "Es war eine Steigerung um fast 100 Prozent gegenüber der WM im vergangenen Jahr", sagte der 57-Jährige.

Medaille als Ziel

Dort kam die DHB-Auswahl nur auf Platz 13. "Unser Ziel bei den Männern ist der Olympiasieg 2020, bei den Frauen wollen wir eine Medaille. Da sind wir voll auf Kurs", sagte Michelmann weiter: "Wir wollen beide Mannschaften in der Weltspitze etablieren - und das schaffen wir auch."

Auch wenn das Spiel um Platz fünf sportlich wenig Wert besaß, war Biegler froh über ein weiteres Pflichtspiel auf höchstem Niveau. Da die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) als Gastgeber der Weltmeisterschaft 2017 automatisch qualifiziert ist, verbleiben nur zwei Partien in der EM-Qualifikation als Pflichtspiele.

Nach dem Spiel gegen Rumänien ging es über Hamburg und Dortmund sofort in die Heimat zurück.

Am 18. März kehrt die DHB-Auswahl allerdings schon wieder zurück nach Göteborg - dann zu einem Testspiel gegen Schweden. Einen Tag später treffen beide Teams in Hamburg beim "Tag des Handballs" erneut aufeinander.

Biegler setzt hohes Ziel

Bei der Heim-WM will Biegler das gute Resultat aus Schweden dennoch steigern. "Bei der Weltmeisterschaft gibt es kein Spiel um Platz fünf wie hier", sagte er: "Wenn man bei der WM am Ende dabei sein möchte, muss man das Halbfinale erreichen. Das ist unser großes Ziel."

Das Spiel im Stenogramm:

Deutschland - Rumänien 22:23 (11:11)
Tore: Huber (5/2), Hubinger (3), Karolius (3), Schmelzer (3), Naidzinavicius (2/1), Behnke (1), Bölk (1), Fischer (1), Lang (1), Stolle (1), Wohlbold (1) für Deutschland - Zamfir (6), Chiper (3/2), Laslo (3) Udristioiu (3/2), Pintea (2), Szücs (2), Chintoan (1), Geiger (1), Iuganu (1), Zamfirescu (1) für Rumänien
Zuschauer: 2210

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