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Die deutsche Nationalmannschaft verpasst beim Auftakt in der EM-Qualifikation einen ersten Sieg. Nach einer Aufholjagd gegen Litauen reicht es zu einem Punkt.

Punkt erkämpft, aber noch viel Luft nach oben: Die deutschen Handballerinnen sind mit einem Remis in die EM-Qualifikation gestartet.

Die Mannschaft von Bundestrainer Michael Biegler schrammte beim 26:26 (11:14) gegen Außenseiter Litauen nur dank einer famosen Aufholjagd an einer Blamage vorbei und zeigte 65 Tage vor dem Auftaktspiel der Weltmeisterschaft im eigenen Land eine lange Zeit durchwachsene Leistung.

Das deutsche Team lag Mitte der zweiten Hälfte schon mit sechs Treffern zurück, ehe es in der Schlussphase Tor um Tor aufholte und eine Minute vor dem Ende das Remis sicherte. Beste deutsche Torschützin vor 2153 Zuschauern war die erst 19-jährige Emily Bölk mit sechs Treffern. Im Angriff gelang lange Zeit kaum etwas, immer wieder wurden klarste Chancen vergeben. 

Konzentration fehlt

Auch in der Defensive wirkte das deutsche Team ohne Torfrau Clara Woltering, die nicht im Aufgebot stand, unkonzentriert.

Weiter geht es für das deutsche Team in der EM-Qualifikation mit einem Auswärtsspiel am Sonntag in der Türkei. Dritter Gegner in der Qualifikationsgruppe 6 ist Spanien. Die beiden Ersten und der beste Dritte aller sieben Gruppen sind bei der EM-Endrunde im Dezember 2018 in Frankreich dabei.

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Coach Biegler, der die deutschen "Ladies" bei der WM ins Halbfinale führen soll, hatte die Partie gegen Litauen zu einem "guten Test für unsere Vorrundenspiele bei der WM" deklariert, "wo wir uns auch auf unterschiedliche Herausforderungen einstellen müssen". 

Kopfschütteln bei Biegler

Doch schon das Spiel gegen den krassen Außenseiter hatte es in sich, die erste Halbzeit war so gar nicht nach Bieglers Geschmack. Hinten agierte die 6:0-Abwehr ungewohnt passiv und offenbarte vor allem im Zentrum immer wieder große Lücken. Und vorne trafen die DHB-Frauen reihenweise Pfosten oder Latte oder warfen ganz am Tor vorbei.

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Negativer Höhepunkt der 30 Minuten zum Vergessen war ein direkt verwandelter Freiwurf der Baltinnen mit dem Pausenpfiff, Biegler trottete kopfschüttelnd in die Kabine. Besser wurde es auch im zweiten Abschnitt zunächst nicht. Zwar kam durch die Hereinnahme der erst 19-jährigen Bölk deutlich mehr Schwung in die Offensive, doch technische Fehler und Fehlwürfe am Fließband verhinderten eine Aufholjagd. 

Deutschland dreht spät auf

Weil auch die Defensive weiter keinen Zugriff auf den spielstarken litauischen Rückraum bekam, führten die Osteuropäerinnen nach einer Dreiviertelstunde 23:17. In der Schlussphase allerdings erkämpfte sich das deutsche Team noch einen Punkt.

Bei der WM im Dezember trifft Deutschland in der Vorrunde auf Kamerun, die Niederlande, Serbien, Südkorea und China.

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