Licht und Schatten zur Premiere: Dagur Sigurdsson hat bei seinem Debüt als Bundestrainer die beiden erhofften Erfolge gegen die Schweiz verpasst.

24 Stunden nach dem überzeugenden 32:26 (19:12) in Göppingen kam die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gegen die international zweitklassigen Eidgenossen am Sonntag in Ulm nicht über ein 28:28 (11:14) hinaus.

Der Isländer Sigurdsson hatte zum 1. September die Nachfolge des glücklosen Martin Heuberger angetreten.

"Unsere erste Halbzeit war sehr enttäuschend, das war mehr oder weniger Standhandball. Das muss ich auf meine Rechnung nehmen", sagte Sigurdsson am Sonntag bei Sport1: In den letzten Minuten haben wir viele dumme Fehler gemacht. Ein Unentschieden war mehr als verdient für die Schweiz."

Bester Torschütze im neu formierten DHB-Team war am Sonntag Uwe Gensheimer mit acht Treffern. Bei den Schweizern traf Andy Schmid von den Rhein-Neckar Löwen zehnmal.

Am Samstag hatten die beiden Rechtsaußen Patrick Groetzki und Johannes Sellin am häufigsten für Deutschland getroffen (je 5 Tore).

Knapp vier Monate vor der Weltmeisterschaft in Katar (15. Januar bis 1. Februar 2015) zeigte die deutsche Mannschaft ein Wochenende mit deutlichen Leistungsschwankungen.

Nach dem frechen Auftritt am Samstag vergaben sie den Sieg im zweiten Spiel trotz Führung in der Schlussphase leichtfertig.

Mit Sigurdsson bricht im deutschen Handball eine neue Zeitrechnung an.

So gehörte am Wochenende erstmals kein Weltmeister von 2007 zum DHB-Aufgebot. Stattdessen nominierte Sigurdsson in Paul Drux (19/Füchse Berlin), Erik Schmidt (21/TSG Friesenheim), Julius Kühn (21/VfL Gummersbach) und Andreas Wolff (23/HSG Wetzlar) zahlreiche Nachwuchskräfte.

Auch Philipp Müller (30/MT Melsungen) feierte sein Debüt im A-Team.

Die Länderspiele gegen die Schweiz waren die letzten Tests vor dem Auftakt der Qualifikation für die Europameisterschaft in Polen 2016. Am 29. Oktober trifft die deutsche Mannschaft in Gummersbach auf Finnland, am 2. November geht es in Wien gegen Österreich.

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