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Dagur Sigurdsson ist der Nachfolger von Martin Heuberger als Trainer der deutschen Nationalmannschaft

Auch wenn der Neucoach vor Überheblichkeit warnt: Zur EM-Quali gegen Finnland verbieten die DHB-Granden einen Zitterakt.

Gummersbach - Bundestrainer Dagur Sigurdsson warnt vor Überheblichkeit, Kapitän Uwe Gensheimer erinnert an schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit.

Doch für Bob Hanning gibt es keine Ausreden.

"Wenn wir anfangen, uns vor Finnland zu fürchten, dann läuft was falsch in dieser Handballnation", sagt der Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB).

Spielen, siegen, und fertig: So lautet das Motto vor dem Auftakt der EM-Qualifikation in Gummersbach gegen die international zweitklassigen Finnen (Mi., 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 u. LIVESCORES).

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Sigurdssons echtes Debüt

Sigurdsson möchte bei seiner Pflichtspiel-Premiere als Nationalcoach aber keine böse Überraschung erleben.

Daher appelliert er an sein Team, den eher unbekannten Gegner nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

"Finnland hat zuletzt gegen Rumänien und Litauen beachtliche Ergebnisse erzielt", sagt der 41 Jahre alte Nachfolger von Martin Heuberger.

Und fügt an: "Sie haben vielleicht nicht die Breite im Kader, aber gute Einzelspieler."

Nicht noch mal wie Heuberger

Ex-Bundestrainer Heuberger war mit der DHB-Auswahl in der Qualifikation für die EM 2014 in Dänemark kläglich gescheitert.

Das soll dem Weltmeister von 2007 auf dem Weg zur Endrunde 2016 in Polen nicht noch einmal passieren.

Daher ist ein überzeugender Sieg gegen Außenseiter Finnland Pflicht.

"Vor zwei Jahren haben wir uns den Fauxpas erlaubt, dass wir zum Auftakt das Heimspiel gegen Montenegro verloren haben. Da sind wir schnell unter Druck geraten und immer hinterhergelaufen", erinnert sich Linksaußen Gensheimer.

Danach gleich gegen Österreich

Das darf gegen die Finnen, die vom langjährigen Bundesligaspieler Mikael Källman trainiert werden, nicht passieren.

Zumal in der Gruppe 7 mit Österreich schon am Sonntag und Weltmeister Spanien noch weitaus stärke Gegner auf die deutsche Mannschaft warten.

Die ersten beiden Teams sowie der beste Gruppendritte haben das EM-Ticket sicher in der Tasche.

Gespielt wird an sechs Doppelspieltagen bis 14. Juni 2015.

Lichtlein will Leidenschaft

Sigurdsson und seine Spieler warnen aber davor, schon jetzt an die wegweisende Begegnung in Wien zu denken. (KRETZSCHMAR-KOLUMNE: "Müssen in der Mitte zulegen")

"Wir wollen den ersten Schritt Richtung Polen gehen. Es wird wieder Zeit, dass wir aus eigener Kraft die Qualifikation schaffen. Wir müssen mit Feuer und Leidenschaft an die Sache rangehen", sagt Carsten Lichtlein, der sein Comeback gibt.

Der Torhüter des VfL Gummersbach blickt dem vermeintlich leichten Auftaktgegner positiv entgegen: "Ich bin froh, dass wir zuerst gegen Finnland spielen. Man hat in der Vergangenheit gesehen, dass wir einen gewissen Anlauf brauchen."

Lichtlein, der in der Schwalbe-Arena einen doppelten Heimvorteil genießt, räumt aber auch, dass man das neue Konzept von Sigurdsson noch verinnerlichen müsse. (Bericht: Premiere mit gemischten Gefühlen)

Noch Luft nach oben

Zur Erinnerung:

Vor wenigen Wochen hatte das DHB-Team bei Testspielen gehen die Schweiz sowohl Licht (Bericht: Feuerwerk bei Sigurdssons Premiere) als auch Schatten gezeigt (Bericht: Deutschland schenkt Sieg her).

Sigurdssons Debüt geriet demnach nur bedingt zu einem zufriedenstellenden.

Weinhold kehrt zurück

Sven-Sören Christophersen, der am Mittwoch sein 100. Länderspiel bestreitet, hat derweil eine klare Vorstellung vom ersten Doppelspieltag: "4:0 Punkte, das ist die Zielsetzung."

Für die Auftaktspiele nominierte Sigurdsson erstmalig Rückraumspieler Timm Schneider (TBV Lemgo), der auf sein Debüt in der A-Mannschaft hofft.

Sein Comeback feiert neben Lichtlein auch Rückkehrer Steffen Weinhold (THW Kiel).

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