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Andreas Rojewski (l.) spielt seit 2001 in Magdeburg

Polens deutscher Handball-Nationaltrainer Michael Biegler hat den Wechsel von Rückraumspieler Andreas Rojewski vom DHB-Team zu seiner Mannschaft verteidigt.

"Er hat beide Pässe zuhause liegen. Wir reden immer alle von der Globalisierung und wenn es nun im Alltag einmal dazu kommt, denken wir wieder klein-klein?", sagte Biegler der "Handballwoche": "Das finde ich unangebracht."

Rojewski, der sowohl die deutsche als auch die polnische Staatsbürgerschaft besitzt, hatte seit 2008 für die deutsche Auswahl gespielt. Nun entschied sich der 29 Jahre alte Linkshänder vom SC Magdeburg für eine internationale Karriere für das Land, in dem er geboren ist.

Seinen letzten Auftritt im Dress des Deutschen Handballbundes (DHB) hatte Rojewski im März 2012 in einem Spiel gegen Island. Seitdem wurde er nicht mehr in den deutschen Kader berufen.

"Er hat eine unglaubliche Dynamik und einen hohen Geschwindigkeitsfaktor. Dazu besitzt er einen schnellen Wurf", sagte Biegler, der Rojewski bereits zwei Jahre lang beim SCM coachte: "Ich bin überzeugt, dass er dem Team sportlich weiterhelfen kann."

Schon bei der Weltmeisterschaft 2015 in Katar könnte der Deutsch-Pole erstmals bei einem großen Turnier für Polen auflaufen. Sein Länderspiel-Debüt für das Nachbarland wird Rojewski voraussichtlich Ende Oktober gegen Tunesien geben.

Laut Reglement muss ein Nationalspieler die Staatsbürgerschaft des Landes besitzen, für das er spielen will und darf drei Jahre vor dem ersten Einsatz für keine andere Auswahl gespielt haben. Rojewski spielte zuletzt in einem inoffiziellen Spiel für Deutschland und ist somit frei.

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