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Uwe Gensheimer spielt bei den Rhein-Neckar Löwen
Uwe Gensheimer spielt bei den Rhein-Neckar Löwen

Wien - Die deutschen Handballer setzen sich nach anfänglichen Schwierigkeiten in der EM-Qualifikation gegen Österreich durch.

Stresstest bestanden, weiße Weste gewahrt: Die deutschen Handballer haben Kurs auf die Europameisterschaft 2016 in Polen genommen.

Die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson gewann das Schlüsselspiel in Österreich dank einer konzentrierten Vorstellung mit 28:24 (12:11) und feierte in der zweiten Partie der EM-Qualifikation den zweiten Sieg. (BERICHT: Der Anfang ist gemacht)

Gensheimer überragt

Beste Werfer der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) waren vor 7000 Zuschauern in der Albert-Schultz-Eishalle in Wien Kapitän Uwe Gensheimer mit zehn und Kreisläufer Patrick Wiencek mit sieben Treffern.

Zudem überzeugte Keeper Carsten Lichtlein, der im Tor überraschend den Vorzug gegenüber Silvio Heinevetter erhalten hatte, mit zahlreichen Paraden.

"Mit diesem Sieg haben wir einen großen Schritt zur EM in Polen gemacht", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning: "Grundstein für den Erfolg war eine stabile Abwehrleistung. Zudem war entscheidend, dass wir nicht den Kopf verloren haben, als es eng wurde, und dass wir die Ruhe bewahrt haben."

Nach dem lockeren Aufgalopp gegen Finnland (30:18) am vergangenen Mittwoch hat das deutsche Team mit nunmehr 4:0 Punkten den besten Start in eine EM-Qualifikation seit 2008 hingelegt.

Weltmeister Spanien, auf den Deutschland im Frühjahr trifft, komplettiert die Qualifikationsgruppe 7. Die ersten beiden Mannschaften haben ihr Ticket für die EM 2016 in Polen sicher.

Sigurdsson besiegt Ex-Team

Knapp elf Wochen vor der WM in Katar waren am Sonntagabend alle Augen auf den neuen DHB-Coach Sigurdsson gerichtet.

Denn ausgerechnet das Duell gegen sein früheres Team, das er von 2008 bis 2010 betreut hatte, sollte nach den beiden Testspielen gegen die Schweiz (Sieg und Remis) und der besseren Trainingseinheit gegen Finnland zum ersten Härtetest für den Isländer und seine neu formierte Mannschaft werden.

Entsprechend konzentriert ging Deutschland von Beginn an zu Werke.

Hinten bot die Abwehr um den Kieler Wiencek, der nach der Geburt seiner Tochter erst am Samstag zum Team gestoßen war, eine solide Vorstellung. Vorne überzeugten die Gäste besonders mit ihrem konsequenten Tempospiel.

Einziges Manko im ersten Durchgang: die Torausbeute.

Cool in hitziger Atmosphäre

Immer wieder scheiterten die DHB-Spieler am österreichischen Torhüter Nikola Marinovic (Frisch Auf Göppingen), sodass es trotz zwischenzeitlicher Drei-Tore-Führung (12:9) nur mit einem hauchdünnen Vorsprung in die Pause ging.

Auch im zweiten Abschnitt bot sich zunächst das gleiche Bild. Zwar zog die Sigurdsson-Truppe schnell auf 15:12 davon, doch Österreich ließ sich nicht beeindrucken und glich wenig später (39. ) erneut aus.

Anstatt aber wie zuletzt so oft die Nerven zu verlieren, blieben Gensheimer und Co. in der hitzigen Atmosphäre in Wien cool und spielten geduldig ihren Stiefel herunter.

Immer wieder entschärfte Schlussmann Lichtlein wichtige Bälle, und im Angriff wurde die Wurfquote deutlich besser. Erst markierte Sven-Sören Christophersen das 22:17 (51.), spätestens beim 28:23 (59.) durch den starken Wiencek war die Partie entschieden.

Österreich - Deutschland 24:28 (11:12)

Tore:

Gensheimer (10/6), Wiencek (7), Groetzki (4), Drux (2), Weinhold (1), Pekeler (1), Christophersen (1), Strobel (1), M. Müller (1) für Deutschland - Bester Werfer für Österreich: Robert Weber (6/1)

Zuschauer:

7000

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