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Germany v Egypt Eight Finals - 24th Men's Handball World Championship
Deutschland trifft im Viertelfinale der WM auf Gastgeber Katar © Getty Images

München - Das DHB-Team surft bei der WM in Katar auf einer Welle des Erfolgs. Der furiose Ritt entfacht immer mehr Euphorie und weckt Erinnerungen an den vergangenen Sommer.

Überfüllte Kneipen, euphorisierte Fans und mitfiebernde Sportler aus verschiedensten Disziplinen: Das alles ist von der Fußball-WM noch in guter Erinnerung.

Nur ein halbes Jahr nach dem Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien, schickt sich das deutsche Handball-Nationalteam an, eine ähnliche Welle der Euphorie zu entfachen.

Zugegeben, bis zu einem heldenhaften Empfang mit zehntausenden von Fans vor dem Brandenburger Tor fehlt noch ein gutes Stück.

Aber die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson arbeitet mit ihren berauschenden Leistungen fleißig daran, dass die ersten Ausläufer der Begeisterungswelle immer mehr überschwappen.

"Surfbrett wackelt nicht"

"Wir surfen auf einer hohen Welle, und das Surfbrett wackelt bisher noch nicht", sagt Rückraumshooter Michael Kraus bei SPORT1. Und dieser bislang so erfolgreiche Ritt soll im Viertelfinale gegen Katar weitergehen (ab 16 Uhr im LIVETICKER).

Die bislang gezeigten Leistungen sprechen für sich. "Wie wir uns präsentiert haben und wie uns auch andere Nationen wahrnehmen, lässt Grund zur Hoffnung, dass wir uns wieder Respekt in der Welt verschafft haben", schreibt SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar in seiner Kolumne auf SPORT1. "Viele sehen in Deutschland die spielstärkste Mannschaft des Turniers."

Dabei ist es hierzulande gar nicht so leicht, das Turnier in Katar auch wirklich live zu sehen.

Denn die Spiele der WM laufen nur im Pay-TV. Ein Public Viewing, wie es der deutsche Rekordmeister THW Kiel bei den vergangenen großen Turnieren regelmäßig veranstaltet hat, findet in diesem Jahr nicht statt.

Der Rechteinhaber untersagte solche Großveranstaltungen, um die Gastwirte zu stärken.

Handball-WM in Katar: Die Bilder der K.o.-Runde

Fußballkneipen werden zu Handball-Hochburgen

Die erfreuen sich in der fußballfreien Zeit regen Zulaufs und sind zu Hochburgen des Handballs geworden - zumindest vorübergehend.

Dort, wo während der WM und der Bundesliga über Mario Götze, Bastian Schweinsteiger oder Toni Kroos gefachsimpelt wurde, sind nun Carsten Lichtlein, Uwe Gensheimer oder Steffen Weinhold Thema Nummer eins.

Weil die Livebilder aus Katar nur einen begrenzten Kreis an Fans erreichen, spielt sich die WM vor allen Dingen online ab. Die Liveticker brummen, die Klickzahlen des SPORT1-Tickers erreichten Rekordniveau. Tausende wollen dabei sein - zumindest am Computer-Bildschirm.

Auch die Social-Media-Plattformen laufen heiß. Allen voran die Twitterkanäle der Protagonisten des vergangenen Sommers. "Das packt ihr, volle Kraft voraus", twitterte Mario Götze, Siegtorschütze des DFB-Teams, vor dem Achtelfinale gegen Ägypten.

DFB-Team fiebert mit

Das DFB-Team drückt den Handballern ohnehin fleißig die Daumen.

Selbst Bundestrainer Joachim Löw ist im Handball-Fieber. "Natürlich verfolge ich die WM. Ich finde es klasse, wie sich diese Mannschaft entwickelt hat", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Rande des Neujahrsempfangs der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Andreas Rettig stimmte mit ein. "Ich habe natürlich die Spiele gesehen - das hat mich schon gepackt", erklärte der DFL-Geschäftsführer. "Jetzt drücken wir noch dreimal die Daumen, und dann haben wir vielleicht noch mehr als die Fußball-Weltmeister."

Brand glaubt an den Titel

Drei Siege fehlen den Handballern noch, um es den Fußballern nachzumachen.

Zuspruch gibt es natürlich auch von einem, der weiß wie es geht. Heiner Brand gewann mit dem DHB-Team 2007 den WM-Titel und traut Deutschland nun in Katar erneut den ganz großen Coup zu. "Die Mannschaft spielt sensationell, da passt alles zusammen", sagte der 62-Jährige der Tageszeitung Die Welt. "In diesem Turnier ist alles möglich - auch der Titelgewinn."

Neben den Handball- und Fußball-Größen drücken auch die Hauptfiguren anderer Sportarten die Daumen.

Beachvolleyballer Jonas Reckermann twittert ebenso fleißig, wie Darts-Profi Max Hopp und Marko Pesic, Geschäftsführer des FC Bayern Basketball.

Und dabei stehen die Deutschen erst im Viertelfinale.

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