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München - Im Interview mit SPORT1 spricht Bundestrainer Dagur Sigurdsson über das Erfolgsrezept bei der WM, die Erwartungen an das All Star Game und die Perspektive von Michael Kraus im DHB-Team.

So richtig verschnaufen konnte Bundestrainer Dagur Sigurdsson nach dem erfolgreichen Abschluss der WM in Katar nicht.

Kaum hat sich das Nationalteam mit Platz sieben die Teilnahme an einem der drei Olympia-Qualifikationsturniere im April gesichert, steht in Deutschland bereits das nächste Spektakel auf dem Programm.  

Beim All Star Game (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in Nürnberg trifft das DHB-Team auf eine Auswahl der besten ausländischen Spieler, die von den Fans bestimmt werden.

Bei SPORT1 spricht Sigurdsson über das Erfolgsezept bei der WM und seine Erwartungen an das anstehende Spiel. Dem in Katar enttäuschenden Michael Kraus macht er Hoffnung auf eine Fortsetzung der Nationalmannschaftskarriere.

SPORT1: Herr Sigurdsson, für Ihr erstes Turnier als Bundestrainer gab es jede Menge Lob. Wie schwer war es, das deutsche Nationalteam zu einer Einheit zu formen?

Dagur Sigurdsson: Man hat bei der ersten Trainingseinheit gesehen, dass die Jungs sehr motiviert waren. Das hat sich durch die Vorbereitung gezogen. So sind wir gut in die Gruppenphase gekommen. Und, wie ich immer sage: Siege schweißen zusammen.

SPORT1: Nun geht es zum Allstar Game. Was erwarten Sie sportlich und atmosphärisch?

Sigurdsson: Atmosphärisch ist das immer sehr angenehm und schön. Ein kleines Fest. Sportlich steht natürlich der Spaß im Vordergrund. Wir werden viel durchwechseln, alle werden Spielanteile bekommen.

SPORT1: Die erste Sieben hat bei der WM einen sehr starken Eindruck hinterlassen, die Ersatzleute eher weniger. Welche Spieler können tatsächlich den nötigen Konkurrenzdruck ausüben?

Sigurdsson: Da bin ich nicht Ihrer Meinung. Wir haben gezeigt, dass wir Alternativen in Abwehr und Angriff haben. Da kann ich alle Spieler nennen. . Es ist richtig, dass vielleicht aus dem Rückraum etwas mehr hätte kommen müssen. Aber wir hatten auch viele Verletzungen vor dem Turnier.

SPORT1: Auf der Königsposition hat Paul Drux weitgehend überzeugt. Worin kann er sich noch verbessern und was kann Füchse-Coach Sigurdsson dazu beitragen?

Germany v Finland - 2016 European Men's Handball Championship Qualifier
Paul Drux konnte bei der WM überzeugen © Getty Images

Sigurdsson: Man sollte ihm jetzt nicht zu viel Druck machen. Er muss Stück für Stück dazulernen. Er ist in seiner ersten Bundesliga-Saison, hat seine erste WM hinter sich. Er hatte viele Spielanteile. Jetzt gut durch die Saison zu kommen, ist schon Aufgabe genug. Er wird ganz automatisch mehr dazulernen.

SPORT1: Zu den Enttäuschungen aus deutscher Sicht zählt dagegen Michael Kraus. Da der DHB ja ohnehin auch schon an die Heim-WM 2019 denkt und auf Perspektive setzt: War das die letzte Chance des 31-Jährigen?

Sigurdsson: Nein. Ich bin keiner, der nur auf ein oder zwei Spiele schaut oder nur an das Alter denkt. Ich nehme oft ältere Spieler mit. Fakt ist: Er war angeschlagen. Und wir hatten nicht viele Optionen auf dieser Position. Ich bin mehr als zufrieden, wie er in die Truppe gekommen ist.

SPORT1: Was ändert sich an Ihrer Arbeit, wenn Sie ab Sommer hauptamtlich Bundestrainer sind?

Sigurdsson: Ich gehe davon aus, dass ich mehr in Kontakt mit den Spielern stehen werde. Und auch mit den Vereinen, den Trainern. Und ich will mich bei der Ausbildung der Trainer einbringen. Ich möchte viel helfen. Es gibt viele Aufgaben bei der Entwicklung dieser Mannschaft.

SPORT1: In den vergangenen Jahren wurde die Zusammenarbeit zwischen Liga und Nationalteam immer wieder bemängelt. Was gibt Ihnen Hoffnung, dass sie sich nachhaltig bessert?

Sigurdsson: Ich finde, wir haben super zusammengearbeitet. Wir sind auf einem sehr guten Weg. Da wird gute Arbeit geleistet.

SPORT1: In Katar haben Sie sich sehr zurückgehalten, nun sind Sie zurück in Deutschland: wie ist Ihre Meinung zum neuen Vizeweltmeister Katar, der Ihr Team im Viertelfinale bezwungen hat?

Sigurdsson: Katar hat eine gute Mannschaft. Sie sind Zweiter bei der WM geworden. Die Leute spielen alle für gute Vereine und hatten einen Heimvorteil, aber mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

SPORT1: Ungeachtet aller Diskussionen um die Wildcard und den Ausrichter Katar - glauben Sie, dass der Handball in Deutschland durch die couragierten Auftritte des DHB-Teams an Stellenwert gewonnen hat?

Sigurdsson: Ich glaube schon, dass die WM für den Handball positiv war. Es gibt aber sehr viele, die alles negativ sehen wollen. Mein Fazit ist durchweg positiv.

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