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Silvio Heinevetter (m.) kämpft um sein Ticket für die Olympischen Spiele in Rio
Silvio Heinevetter (m.) kämpft um sein Ticket für die Olympischen Spiele in Rio © imago

Bundestrainer Dagur Sigurdsson eröffnet das Rennen um die Olympia-Plätze. In den beiden Länderspielen gegen Katar steht Rückkehrer Silvio Heinevetter im Fokus.

Nein, in der Haut des Bundestrainers möchten die Spieler nicht stecken.

"Der Bundestrainer hat die Qual der Wahl. Wir haben einen breiten Kader jetzt. Da zu selektieren, wird hart werden", sagte zum Beispiel Carsten Lichtlein bei SPORT1.

Sechs Wochen nach dem sensationellen EM-Triumph beginnt für die Spieler der Kampf um die 14 Tickets für die Olympischen Spiele in Rio.

Kandidatenliste so lang wie nie

In den ersten Länderspielen seit dem Wunder von Krakau können die Kandidaten dabei gegen Vizeweltmeister Katar heute (ab 18 Uhr im LIVETICKER) und Sonntag (ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und im LIVETICKER) direkt kräftig Eigenwerbung betreiben. 

Das Gerangel um die Plätze dürfte enorm werden, denn die Kandidatenliste ist so lang wie nie zuvor. Neben den 18 Europameistern kehren einige Spieler zurück, die die EM verletzungsbedingt verpassten. Für Kapitän Uwe Gensheimer und Rechtsaußen Patrick Groetzki werden daher wohl zwei EM-Helden aus dem Olympia-Kader weichen müssen.

Auch der ebenfalls während der EM verletzte Paul Drux von den Füchsen Berlin will sich mit guten Leistungen unverzichtbar machen. "Olympia ist noch ein Stück weg, aber der Traum lebt, er ist da. Ich gebe mein Bestes, um dabei zu sein", sagte Drux bei SPORT1.

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Kampf um die zwei Torhüterplätze

Besonders knifflig ist die Situation auf der Torhüterposition.  Dort wird mit Spannung die Rückkehr des unmittelbar vor den Titelkämpfen aussortierten Silvio Heinevetter erwartet. 

Nun bekommt Heinevetter, bei den Füchsen lange Vereinsspieler unter Sigurdsson, eine neue Chance, sich neben Wolff und Carsten Lichtlein zu beweisen.

Welcher Torhüter gegen Katar beginnt, weiß Sigurdsson aber noch nicht. "Wir haben uns noch nicht entschieden, wer zu welchem Zeitpunkt im Tor steht. Wir gehen das offen an, schauen uns die Trainingseinheiten an, und dann entscheiden wir - wie auf allen anderen Positionen", sagte der Isländer bei SPORT1.

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Heinevetter polarisiert

Der 31 Jahre alte Heinevetter gilt als einer der schillerndsten Figuren im deutschen Handball, der gerne einmal aneckt und auch vor Kritik am Verband oder den Regelhütern nicht zurückschreckt.

Privat ist er schon seit mehreren Jahren mit Schauspielerin Simone Thomalla zusammen und deshalb häufiger als seine Kollegen auf roten Teppichen und in der Klatschpresse zu finden.

Nach einer Schwächephase in der Liga zeigte Heinevetter (wehrt nur 31 Prozent der Würfe auf sein Tor ab) zuletzt aber einen deutlichen Aufwärtstrend bei seinem Füchsen Berlin, weshalb sich der drittbeste Siebenmeter-Killer der DKB HBL berechtige Hoffnungen auf einen Platz in Rio machen darf.

Lichtlein: Konkurrenzkampf beflügelt Spieler

Damit ist Heinevetter jedoch nur einer von Vielen, denn Sigurdsson zufolge gibt es aktuell 30 bis 35 Spieler, die für Rio interessant sind.

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Heinevetters Konkurrent Carsten Lichtlein ist überzeugt, dass das Gerangel um die Plätze die Spieler zusätzlich beflügeln wird.

"Konkurrenzkampf ist da, aber das ist ein positiver Konkurrenzkampf. Jeder pusht sich, jeder gibt im Training alles. Für den Bundestrainer ist das gut", sagte Lichtlein.

Kein Bonus für Europameister

Auf einen Bonus dürfen die 18 Europameister dabei nicht hoffen. "Für mich gibt es nicht die Trennung zwischen Europameistern und anderen. Ich schaue nur auf die Leistung", stellte Sigurdsson klar.

Mit Katar wartet dabei direkt ein echter Härtetest auf die deutsche Mannschaft, der das DHB-Team im Viertelfinale der WM 2015 aus dem Turnier warf.

Dementsprechend heiß ist Sigurdsson auf die beiden Spiele: "Es gibt nicht viele Mannschaften, mit denen wir eine Rechnung offen haben. Mit Katar schon. Es wäre sehr schön, das wieder in die richtige Richtung zu biegen."

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