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Für Bob Hanning ist "Köln als Spielort bei der WM 2016 ad acta gelegt" © Getty

München - DHB-Vizepräsident Bob Hanning legt im Streit um die Hallenbelegung nach. Er sieht einen nicht zu beziffernden Imageschaden - SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar beschwichtigt.

Nach der peinlichen Posse um die Doppelbelegung der Lanxess Arena am Freitag droht Köln bei der kommenden Heim-Weltmeisterschaft leer auszugehen.

"Für mich ist Köln als Spielort bei der WM 2019 ad acta gelegt. Sonst stellen sie da am Ende noch Tischtennisplatten rein", sagte Vizepräsident Bob Hanning vom Deutschen Handballbund (DHB).

Am Dienstagabend hatte der DHB verkündet, dass das Länderspiel der deutschen Europameister gegen Dänemark auf Samstag (ab 15.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) verschoben werden muss.

Hanning: "Kein Bagatellfall"

Den ursprünglichen Spieltermin der Handballer am Freitagabend (20.15 Uhr) hatte der Hallenbetreiber nach dem überraschenden Einzug der Kölner Haie ins Playoff-Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) trotz eines gültigen Vertrags nicht mehr halten können und für das Chaos öffentlich um Entschuldigung gebeten.

"Das ist kein Bagatellfall", sagte Hanning: "Unsere Fans wurden geprellt, Sponsoren haben Flüge gebucht und Jugendteams Busse bestellt."

Mit einem finanziellen Schaden für den DHB rechne er zwar nicht, aber mit einem "nicht zu beziffernden Imageschaden".

Verlegung auf Samstag "alternativlos"

Auch eine kurzfristige Verlegung aus Köln, dem Ort des Final-Triumphs der deutschen Handballer bei der WM 2007, nach Düsseldorf hatte der DHB geprüft.

Die Entscheidung für eine zeitliche Verlegung des hochkarätigen Duells gegen Dänemark in Köln sei jedoch "alternativlos" gewesen, sagte Hanning: "Alles andere hätte noch mehr Chaos verursacht."

"Bitter für die Fans"

Auch SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar machte vor allem die Fans des DHB-Teams als Leidtragende aus. "Es ist natürlich bitter für die Fans, die am Freitag das Spiel hätten sehen können, aber jetzt am Samstag arbeiten müssen oder selbst ein Spiel haben", sagte Kretzschmar zu SPORT1.

Für die Partie waren bereits 13.000 Tickets verkauft worden, sie behalten für den neuen Termin ihre Gültigkeit.

Für Kretzschmar hat der DHB allerdings keinen Imageschaden davongetragen. "Der DHB ist letztendlich vom Image gut weggekommen, weil sie darauf verzichtet haben, unbedingt auf den Vertrag zu pochen", sagte Kretzschmar und weiter: "Ich finde nicht, dass man seitens des DHB dort einen Fehler gemacht hat."

Verständnis für die Haie

Für die Kölner Haie zeigt der ehemalige Handball-Nationalspieler Verständnis. "Klar pochen die Kölner Haie da auf ihre Heimstätte. Sie setzen in den Playoffs auf ihren Heimbonus", sagte Kretzschmar.

Den Fehler sieht er eindeutig bei den Betreibern der Kölner Arena. "Von Seiten der Lanxess Arena ist das unglücklich gelaufen, aber wenn sie dem DHB entgegenkommen und für die Mehrkosten aufkommen, dann ist die Sache in Ordnung", sagte der 43-Jährige.

Kretzschmar vermutet, dass die Betreiber den Kölner Haien den Einzug ins Halbfinale der DEL-Playoffs nicht zugetraut hatten.

"Da hat man anscheinend nicht an seine Mannschaft geglaubt beziehungsweise das nicht im Hinterkopf gehabt, dass die Haie zu dem Zeitpunkt noch im Wettbewerb sein könnten", sagte er.

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