Natascha Keller sieht die Champions Trophy in ihrer Kolumne bei SPORT1 als wichtige Standortbestimmung für die deutschen Teams.

Liebe Hockey-Freunde,

am Wochenende beginnt die Hockey Champions Trophy (So. ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), neben Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften das Turnier im Hockey, bei dem die weltbesten Mannschaften gegeneinander spielen und sich auf hohem Niveau messen.

Für alle Nationen ist es immer sehr wichtig, dort dabei zu sein - gerade jetzt auf dem Weg in Richtung Olympische Spiele 2016 in Rio de Janeiro.

Nächstes Jahr im Juni steigt die Olympia-Qualifikation bei den World-League-Turnieren - und die Champions Trophy ist davor das letzte große Turnier.

Nach allem, was ich jetzt so mitbekommen habe, treten alle Mannschaften auch schon mit ihren besten Teams an, um noch mal richtige Härtetests auf Turnierebene zu haben.

Gerade das Damen-Turnier im hockeyverrückten Argentinien ist natürlich ein Höhepunkt, weil da eine riesige Euphorie herrscht und nahezu jedes Spiel vor mehreren tausend Zuschauern stattfindet.

Dass die Champions Trophy statt im Jahresrhythmus nur noch alle zwei Jahre stattfindet, halte ich für eine sehr sinnvolle Entscheidung.

Nachdem die World-League-Turniere jetzt noch dazugekommen sind, könnte man gar nicht so viele internationale Turniere in jedem Jahr stattfinden lassen.

Auch so ist der Kalender für die Nationalspieler und -spielerinnen schon sehr voll.

SHOP: Jetzt Hockey-Artikel kaufen

Bei den deutschen Mannschaften wird es spannend zu sehen sein, was in den letzten Monaten nach der enttäuschenden WM mit Platz acht bei den Frauen und Platz sechs bei den Männern so passiert ist.

Es wurde viel analysiert, die WM nachbereitet und gerade die deutschen Frauen haben in letzter Zeit viele Spiele bestritten.

Die Mannschaft hat sich noch einmal verjüngt, es sind neue Spielerinnen dazugekommen und der Kader ist im Moment noch sehr groß.

Sie hatten viele gute Testspiele, aber es wird sich erst in den Gruppenspielen gegen die Topmannschaften Australien, England und Argentinien zeigen, wo sie sich jetzt gerade auf dem Weg Richtung Rio befinden.

Die Männer (ab 6. Dezember um 14.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) waren in den letzten Jahren eigentlich immer ganz vorne mit dabei und hatten bei der WM im Sommer auch wirklich viel Pech. Das waren Kleinigkeiten, die verhindert haben, dass sie auch dort vorne mitspielen konnten.

Insgesamt gibt es für mich mit Blick auf Olympia 2016 daher überhaupt keinen Grund, schwarz zu sehen. Es wird immer Höhen und Tiefen geben.

Der Rückschlag bei der WM kam vielleicht gerade noch im richtigen Moment, zwei Jahre vor Rio.

Beide Zeams haben jetzt viele Monate Zeit, und von daher ist die Champions Trophy sehr wichtig für die deutschen Mannschaften, um auf hohem Niveau gegen erstklassige Gegner zu spielen.

Das ist das Beste, was einer Mannschaft nach so einer enttäuschenden WM passieren kann.

Eure Natascha Keller

Natascha Keller, 37, wurde 2004 in Athen Olympiasiegerin und ist mit 425 Länderspielen Rekordnationalspielerin des Deutschen Hockey-Bundes. Sie stammt aus der Hockeyfamilie schlechthin: Ihr Großvater Erwin Keller gewann 1936 in Berlin olympisches Silber, Vater Carsten wurde 1972 in München Olympiasieger - genauso wie ihre Brüder Andreas (1992 in Barcelona) und Florian (2008 in Peking). Bei der Eröffnungsfeier der Olympische Spiele 2012 in London trug Natascha Keller für Deutschland die Fahne. Im Sommer danach beendete die Welthockeyspielerin von 1999 ihre aktive Karriere. Bei den Weltmeisterschaften in Den Haag kommentierte sie an der Seite von Hans-Joachim Wolff die Spiele der deutschen Damen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel