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Ciro Immobile wechselte im Sommer vom FC Turin zu Borussia Dortmund
Ciro Immobile wechselte im Sommer vom FC Turin zu Borussia Dortmund © getty

Italiens Trainer Conte darf sich dank BVB-Star Immobile über ein Traum-Debüt freuen. Die Niederlande legt einen Fehlstart hin.

Italiens Nationaltrainer Antonio Conte strahlte nach dem 2:0-Sieg über die Niederlande.

Nach dem peinlichen WM-Aus in der Vorrunde wirkten die "Azzurri" in Bari wie ausgewechselt.

Conte, Nachfolger des glücklosen Cesare Prandelli, feierte einen Einstand nach Maß.

"Contes Italien überzeugt. Nach einer langen Durststrecke scheint der neue Trainer der Nationalelf einen gesunden Schock verliehen zu haben. Das Italien der Conte-Ära scheint den rosigsten Erwartungen zu entsprechen", schrieb die "Gazzetta dello Sport".

Italiens Fußball rafft sich auf

Bei der Squadra Azzurra sorgte auch Dortmunds 19-Millionen-Mann Ciro Immobile nach dem WM-Desaster für Aufbruchsstimmung.

Immobile (3.) und Daniele De Rossi (10.) entschieden die Partie per Blitzstart.

Der "Corriere dello Sport" meinte: "Italien glänzt. Conte hätte nicht besser beginnen können. Der italienische Fußball, der in den letzten Monaten auf nationaler und internationaler Ebene tief gefallen war, hat sich wieder aufgerafft."

Lob für Conte

Für Immobile ist Italien mit Conte nach dem Desaster von Brasilien jetzt wieder auf dem richtigen Weg.

"Er ist ein Hammer", sagte der 24-Jährige vor dem EM-Quali-Auftakt in Oslo gegen Norwegen: "Er fordert viel, aber er gibt seinen Spielern auch sehr viel."

Bei so viel Lob konnte sich auch Conte am Ende ein Lächeln nicht verkneifen.

Niederlande ohne Bundesliga-Trio

Bondscoach Guus Hiddink brummte derweil nach dem verpatzten Debüt.

Fünf Tage vor dem Start in die Qualifikation zur Europameisterschaft in Prag gegen Tschechien präsentierten sich Hiddinks Niederländer - immerhin WM-Dritter von Brasilien - noch längst nicht wieder in Form.

Doch nach dem lahmen Auftritt seiner Niederländer ohne die Bundesliga-Stars Arjen Robben (FC Bayern), Klaas-Jan Huntelaar (Schalke 04) und Rafael van der Vaart (Hamburger SV) hatte sich der neue alte Bondscoach schnell wieder gefangen.

Er sei zwar "etwas wütend", sagte Trainer-Routinier Hiddink nach dem 0:2 gegen Italien. Aber: "Wir werden nicht in Panik geraten."

In der Abwehr fehlte die nötige Organisation und Entschlossenheit, vorne wurden die wenigen Chancen liegen gelassen.

Hiddink mahnt zur Konzentration

"Wir müssen konzentriert bleiben", sagte Hiddink, der nach der WM das Erbe des ehemaligen Bayern-Trainers Louis van Gaal angetreten hatte: "Wir haben negative Dinge in diesem Spiel gesehen, aber auch positive."

Auf Hiddink wartet in seiner zweiten Amtszeit in Orange jedenfalls jede Menge Arbeit.

"Große Teams lernen aus solchen Spielen", sagte Hiddink, der die Niederländer schon einmal zwischen 1994 und 1998 trainiert hatte.

Und sein Kapitän Robin van Persie meinte nur: "Wir müssen positiv bleiben. Ich verliere lieber in einem Test gegen Italien als gegen Tschechien. Da zählt es."

Spanien mit alten Problemen

Gleiches gilt wohl auch für Spanien. Die Iberer als amtierender Europameister verloren mit dem alten Nationalcoach Vicente Del Bosque, mussten sich mit 0:1 in Frankreich geschlagen geben.

Drei Debütanten, viel Ballbesitz - aber wieder keine Torgefahr, lautete das Fazit. Auch die neuformierte Furia Roja blieb im ersten Spiel nach dem WM-Debakel ohne die zurückgetretenen Altstars Xavi, Xabi Alonso und David Villa harmlos.

Die zarte Aufbruchsstimmung in der iberischen Heimat ist vor dem Start in der Quali-Gruppenspiele am Montag gegen Mazedonien schon wieder dahin. "Neue Ära, altes Problem", schrieb die Sportzeitung "Marca".

Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps konnte diese düstere Stimmung beim Gegner nicht verstehen. Und so bat ausgerechnet der siegreiche Coach um mehr Geduld für seinen spanischen Trainerkollegen Vicente del Bosque: "Er ist ein großartiger Trainer, aber er ist kein Magier."

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