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München - London und nicht München trägt die Finalrunde der EM 2020 aus. Doch damit können auch die Deutschen sehr gut leben.

Diese Niederlage war erwartet worden und ist beinahe ein gefühlter Sieg: Der Zuschlag für England zur Austragung der EM-Finalrunde 2020 ist keine Überraschung.

Denn der DFB hatte schon vorher beschlossen, auf eine Kampfkandidatur gegen London zu verzichten ? mit Blick auf die eigene Bewerbung vier Jahre später.

Man habe das Ziel erreicht, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach nach dem Rückzug und sprach vielsagend über ein "Gentlemen?s Agreement".

Offiziell will es zwar niemand bestätigen, doch alles spricht für eine zumindest informelle Absprache zugunsten der deutschen Bewerbung. Der Zuschlag für die EM 2024 in drei Jahren dürfte nur noch Formsache sein.

Daher wundert es nicht, dass es bei der Bekanntgabe in Nyon fast ausschließlich zufriedene Gesichter gab. Für England war es die zweite gute Nachricht des Tages nach dem schottischen Ja zum Vereinigten Königreich.

Für Deutschland ist die Vergabe an England auch deshalb ein gutes Omen, weil im Wembley Stadion 1996 der letzte EM-Titel geholt wurde.

Zumal es ja auch noch drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale in München geben wird, womit zumindest ein kleines Sommermärchen schon in sechs Jahren garantiert ist.

Und für die Idee des vereinigten Europas ist das Turnier in zwölf Ländern quer über den Kontinent von Brüssel bis Baku ebenfalls ein voller Erfolg.

Verlierer könnten allerdings die Fans sein, vor allem die der nicht gesetzten Teams. Denn ihnen drohen strapaziöse und teure Reisen, wenn sie ihre Nationalelf unterstützen wollen.

Andererseits hat das Erkunden des gesamten Kontinents in rund einem Monat nicht nur für Groundhopper einen speziellen Reiz.

Danach kommt der Fußball ja wieder nach Hause.

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