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Claudia Roth stellt Forderungen an die FIFA

Die ehemalige Grünen-Chefin Claudia Roth fordert vehement die Veröffentlichung des Untersuchungsberichts von FIFA-Chefermittler Michael J. Garcia über die Korruptionsvorwürfe bei den WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar.

"Die FIFA muss jetzt Farbe bekennen und den Bericht noch in diesem Jahr veröffentlichen. Das erwartet die Öffentlichkeit und das schuldet die FIFA den Fußballfans weltweit", teilte Roth in einer Presseerklärung mit.

Der Fußball-Weltverband FIFA hatte am Freitag nach einer zweitägigen Sitzung des Exekutivkomitees in Zürich erklärt, den Bericht nicht veröffentlichen zu wollen.

"Kein Mensch versteht, warum die eigens auferlegten Ethikrichtlinien jetzt der Grund dafür sein sollen, den Garcia-Bericht unter Verschluss zu halten. Das wäre das Gegenteil von Aufklärung und die Umkehrung von Transparenz", betonte die Bundestags-Vize-Präsidentin Roth.

Das Vorgehen zeige nur, dass die FIFA "nicht verstanden hat, was wirkliche Aufklärung bedeutet und doch nur die nächste Mauer des Schweigens errichten will".

Sie sei froh, dass sich DFB-Präsident Wolfgang Niersbach so klar für eine Veröffentlichung ausgesprochen habe.

Roth: "Nur eine vollständige Offenlegung und gründliche Aufarbeitung der Unterlagen kann jetzt noch helfen, den gigantischen Vertrauensverlust zu stoppen und den Fußball nicht nachhaltig zu beschädigen."

Der Weltverband hatte am Freitag argumentiert, das Prinzip der Vertraulichkeit müsse in Übereinstimmung mit dem Ethik-Code der FIFA eingehalten werden.

Präsident Joseph S. Blatter ergänzte, es habe keine Anfrage eines Exko-Mitglieds bezüglich einer Veröffentlichung gegeben.

Zuletzt hatte Garcia, der seinen Bericht bereits an die Spruchkammer des Weltverbandes mit dem deutschen Richter Joachim Eckert (München) weitergeleitet hatte, vehement die Veröffentlichung gefordert.

"Ich glaube, dass es jetzt notwendig ist, dass das FIFA-Exekutivkomitee die angemessene Veröffentlichung autorisiert", sagte der frühere US-Anwalt. Auch der ehemalige FIFA-Reformbeauftragte Mark Pieth (Schweiz) hatte sich für eine Publikmachung des Garcia-Berichts stark gemacht.

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