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Massimo Busacca ist seit Juli 2011 Leiter der FIFA-Schiedsrichterabteilung

Massimo Busacca als Chef der Schiedsrichter-Abteilung im Weltverband FIFA mahnt zur Vorsicht bei der möglichen Einführung des Videobeweises.

"Wir müssen vorsichtig sein mit der Technik. Der Videobeweis ist nur dann sinnvoll, wenn man nach dem Betrachten der Bilder auch eine Entscheidung treffen kann", sagte der 45-Jährige der "Bild am Sonntag".

Weiter führte der Schweizer aus: "Also vor allem wie bei der Frage: Tor oder kein Tor. Aber in den meisten Fällen bewegen sich die Szenen, wie bei Fouls im Strafraum, in der Grauzone. Also Kontakt oder nicht Kontakt, was für einen Kontakt gab es? Da helfen manchmal auch keine TV-Bilder."

Ausgerechnet FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hatte sich bei der WM in Brasilien im Sommer für den Videobeweis als Neuerung stark gemacht und sich für sogenannte "Challenges" ausgesprochen. Diese sollen die beiden Trainer (jeweils zwei pro Halbzeit) in Anspruch nehmen dürfen. Ähnliches wird zurzeit im Profitennis beim Hawk-Eye-System praktiziert.

Busacca lobte ausdrücklich das Verhalten der Spieler von Weltmeister Deutschland bei der WM-Endrunde in Brasilien: "Die deutsche Mannschaft hat bei der WM die Regelauslegung verstanden. Die DFB-Auswahl verübte in sieben Spielen nur rund 80 Fouls, bekam nur sechs Gelbe Karten. Man kann also auch um den WM-Titel spielen, wenn man sich korrekt verhält. Das Fair Play wurde von den Spielern sehr gut umgesetzt."

Als Grund sieht der FIFA-Schiri-Boss die Schulung der WM-Teilnehmer in Bezug auf die Regelauslegung der Referees: "Anhand von Beispielen, Videos und Erklärungen haben wir ihnen unseren Standpunkt klar erläutert. Auch mit Oliver Bierhoff waren wir schon vor Turnier-Beginn im Austausch. Wir hatten großen Erfolg mit vorbeugenden Maßnahmen wie den Infobesuchen bei den Teams in Brasilien."

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