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Theo Zwanziger war von 2006 bis 2012 DFB-Präsident

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger will als Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees die Veröffentlichung des Untersuchungsberichts zur möglichen Korruption bei den WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar vereinfachen.

"Nach den Irritationen der vergangenen Tage ist es wichtig, möglichst bald Erkenntnisse über den Untersuchungsbericht Garcias zu gewinnen", sagte der 69-Jährige der "FAZ".

Dazu stellte Zwanziger einen offiziellen Antrag beim Fußball-Weltverband.

Bislang hatten die FIFA und Präsident Joseph S. Blatter die komplette Veröffentlichung des Bericht des Vorsitzenden der Untersuchungskammer der FIFA-Ethikkommission, Michael Garcia, mit Verweis auf die Statuten abgelehnt.

Es geht um den Artikel 36 im Ethik-Code.

"Nach derzeitigem Stand verbietet die Regel eine Veröffentlichung durch die Ethikkommission. Dieses Verbot möchte ich lockern, damit das FIFA-Exekutivkomitee, aber auch die Öffentlichkeit in einer angemessenen Form über die Inhalte der Untersuchung unterrichtet werden", sagte Zwanziger.

Dabei müssten die Rechte von Betroffenen gewahrt werden.

In der vergangenen Woche hatte der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert als Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer in seiner Auswertung des Garcia-Berichts erklärt, dass die Ermittlungen keine Beweise für Korruption bei den WM-Vergaben 2018 und 2022 ergeben hätten.

Garcia wollte dies nicht hinnehmen und hatte Einspruch eingelegt. Der Amerikaner sprach von "unvollständigen und fehlerhaften" Informationen in der 42-seitigen Stellungnahme des Münchner Richters.

Nach einem Friedensgipfel am Donnerstag kamen beide zu der vermeintlichen Einigung, dass Domenico Scala, Vorsitzender der Audit- und Compliance-Kommission, "vollständige Kopien aller Berichte" der von Garcia geleiteten Untersuchungskammer erhalten werde und dann entscheide "wie viele dieser Informationen dem FIFA-Exekutivkomitee offengelegt werden sollten".

Das FIFA-Exko tagt am 18. und 19. Dezember in Marokko.

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