München - Fernando Torres winkt im Pokalspiel gegen Real Madrid sein Comeback für Atletico. Doch dem Rückkehrer steht ein harter Kampf bevor.

Eine bessere Bühne kann es für eine Rückkehr kaum geben.

Wenn der verlorene Sohn Fernando Torres nach siebeneinhalb Jahren wieder das Trikot von Atletico Madrid trägt, steht gleich einiges auf dem Spiel.

Zum einen geht es um den Einzug ins Achtelfinale der Copa del Rey. Aber nicht zuletzt geht es auch um eine gehörige Portion Prestige.

Denn Gegner im Estadio Vicente Calderon ist ab 21 Uhr kein geringerer als Stadtrivale und Titelverteidiger Real Madrid.

Einsatz in der Startelf

Und Torres wird gleich von Beginn an auflaufen dürfen. Darauf hat sich Trainer Diego Simeone bereits festgelegt.

Zuvor hatte Torres in einem Trainingsspiel gegen eine Jugendmannschaft des Klubs einen Treffer erzielt, Passwege studiert, lernte die taktische Ausrichtung kennen.

Die Anhänger erwarten viel von Torres. Aber er auch von sich.

Unter den Erwartungen geblieben

2007 wechselte "El Niño" zum FC Liverpool und schlug dort ein. In 102 Einsätzen in der Premier League erzielte er 65 Treffer.

Eine Zahl, die Begehrlichkeiten weckte. Im Januar 2011 wechselte er für 60 Millionen Euro zum FC Chelsea, wo er aber nicht so sehr zu überzeugen wusste und am Ende zum Edel-Reservisten verkam. 20 Tore in 110 Meisterschaftspartien lautet die magere Ausbeute in dreieinhalb Jahren an der Stamford Bridge.

Es folgte ein halbes, ebenfalls erfolgloses Jahr beim AC Mailand, ehe der italienische Ex-Meister den Torjäger fest von Chelsea verpflichtete - und als Verschiebemasse nach Atletico Madrid weitergab.

50.000 begeisterte Fans

Dennoch blickt Torres zufrieden zurück. Über seine Zeit bei Chelsea sagt der 30-Jährige: "Die Zeit war für mich ein Erfolg." War sie tatsächlich - zumindest gemessen an Trophäen. Immerhin darf er sich die Titel Champions-League-, FA-Cup- und Europa-League-Sieger in seinen Lebenslauf schreiben.

Nun will er auch mit Atletico Erfolge einfahren. "Daheim" will er raus aus der Abwärtsspirale. Wieder aufblühen. An seine früheren Leistungen anknüpfen.

Torres ist dabei genauso euphorisch wie die Fans: Gleich 50.000 feierten ihn bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte.

Doch eine dauerhafte Einsatzgarantie gibt es auch für ihn nicht. "Er muss um seine Daseinsberechtigung im Team kämpfen", stellt Simeone klar.

Und dieser Kampf wird kein einfacher.

Großer Konkurrenzkampf

Da wäre zum einen der frühere Wolfsburger und Münchner Mario Mandzukic. In der Meisterschaft stagniert er derzeit zwar bei sechs Toren, war dagegen aber bereits fünfmal in der Champions League erfolgreich.

Treffsicher ist auch Antoine Griezmann. Beim jüngsten 3:1-Erfolg gegen Levante erzielte der Franzose einen Doppelpack und führt mit acht Treffern die klubinterne Torjägerliste an. Eine klare Kampfansage an Torres.

So sehr die Rahmenbedingungen seiner Rückkehr passen. Torres muss sich beweisen.

Kleiner Rückschlag für Real

Und das zuerst gegen keinen geringeren Gegner als Real. Allerdings kassierten die Königlichen am Wochenende mit dem 1:2 beim FC Valencia die erste Niederlage nach 22 Pflichtspielsiegen. (DATENCENTER: Primera Division)

Für den Coach kein Grund zur Panik. "Es musste irgendwann passieren", sagte Carlos Ancelotti lapidar.

Doch folgt die nächste Pleite, wird schnell über eine "Mini-Krise" gesprochen. In Valencia hätten sich besonders die Stürmer Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Karim Benzema sehr lauffaul präsentiert und wie "bei einem Benefizspiel agiert", ätzte die Sportzeitung "Marca".

Atletico will Reals mögliche Schwäche nutzen - und hofft dabei auch auf Torres.

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