Video

Japan scheitert beim Asien Cup im Elfmeterschießen an den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dortmunds Shinji Kagawa ist die tragische Figur. Außenseiter Irak jubelt.

Shinji Kagawa fiel entsetzt auf die Knie, als sein Ball vom Innenpfosten durch den Fünfmeterraum zuckte - aber immerhin gab es noch Hoffnung.

Keine Minute später jedoch war das Aus der japanischen Nationalmannschaft beim Asien-Cup besiegelt.

Shinji Kagawa Japan Asien Cup Enttäuschung
Shinji Kagawa verschießt den entscheidenden Elfmeter beim Asien Cup © Getty

Kagawa hatte sich im Elfmeterschießen einen fatalen Fehlschuss geleistet, und er wird mit einer tiefen Enttäuschung zurück Borussia Dortmund reisen.

Das Viertelfinalaus mit den "Blauen Samurai" am Freitag im Australia Stadium von Sydney war eine dicke Überraschung, fast niemand hatte den Vereinigten Arabischen Emiraten gegen den Titelverteidiger und Rekordsieger (vier Titel) etwas zugetraut.

Aguirre nimmt Spieler in Schutz

"Sie haben das Spiel ihres Lebens gespielt. Vom Punkt ist es dann immer eine Lotterie. Ich mache meinen Spielern keinen Vorwurf", sagte Japans mexikanischer Trainer Javier Aguirre.

Direkt nach Kagawas Pfostentreffer hatte Ismail Ahmed zum 4:3 im Elfmeterschießen und dem Einzug ins Halbfinale gegen den Gastgeber Australien verwandelt. Für Kagawa bleibt der Trost, dass er zum Rückrundenauftakt seines BVB bei Bayer Leverkusen am 31. Januar wohl wird helfen können.

Topstars versagen Nerven

Am Tag der kleinen Fußball-Dramen spielte Kagawa jedoch eine traurige Rolle. Die Japaner waren lange einem Rückstand hinterhergelaufen, ehe Gaku Shibasaki (81.) sie in die Verlängerung rettete.

Doch ausgerechnet den Topstars Keisuke Honda (AC Mailand) und Kagawa versagten schließlich die Nerven.

Das zweite Halbfinale bestreiten Südkorea mit dem deutschen Trainer Ulli Stielike und der Irak, der am Freitag den Iran in einem Elfmeterkrimi mit 7:6 ausschaltete. Nach 120 Minuten hatte es ebenfalls 3:3 (1:1, 0:1) gestanden.

Gewehrsalven in Bagdad

Den entscheidenden Elfmeter für den Irak verwandelte Salam Shakir, nachdem Vahid Amiri für den WM-Teilnehmer Iran nur den Pfosten getroffen hatte.

In der irakischen Hauptstadt Bagdad feuerten Fans Gewehrsalven in den Himmel, Nationaltrainer Radhi Shenaishil sagte beschwörend: "In den Halbfinals kann alles passieren!"

In der turbulenten Verlängerung waren die Iraker durch Tore von Younis Mahmoud (93.) und Dhurgham Ismail (116., Foulelfmeter) zweimal in Führung gegangen. Doch der dreimalige Titelträger Iran glich trotz Unterzahl durch Morteza Pouraliganji (103.) und Reza Ghoochannejhad (119.) aus.

Die Verlängerung hatte Ahmed Yasin (56.) erzwungen, nachdem der Iran durch Sardar Azmoun in Führung gegangen war (24.). Der Favorit hatte kurz vor der Halbzeitpause Mehrdad Pouladi mit Gelb-Roter Karte verloren (43.).

Stielike macht Schluss

Südkorea war am Vortag durch ein 2:0 nach Verlängerung gegen Usbekistan ins Halbfinale eingezogen.

Beide Tore erzielte Heung-Min Son von Bayer Leverkusen. Stielike kündigte im Vorfeld das Ende seiner Trainer-Laufbahn mit Ablauf seines bis 2018 dotierten Vertrages an: "Dann bin ich 64. Dann ist Schluss. Definitiv. Das ist meine letzte Station."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel