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FIFA-Präsident Joseph Blatter und Mohammed bin Hammam begrüßen sich
FIFA-Präsident Joseph Blatter (r.) und Mohammed bin Hammam brachten die WM 2022 nach Katar © Getty Images

Die Korruptionsvorwürfe um die Vergabe der Fußball-WM 2022 erreichen einen neuen Höhepunkt. Der Europarat spricht von "dubiosen" und "zutiefst illegalen" Praktiken.

Die Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe der Fußball-WM 2022 an das Wüstenemirat Katar haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Der zuständige Ausschuss des Europarats bezeichnete den Vergabeprozess für die Endrunde am Dienstag als "zutiefst illegal" sowie "völlig vergiftet" und hat vom Weltverband FIFA eine Neuvergabe gefordert.

Abgeordneter spricht von "Farce"

Laut den Abgeordneten habe der Untersuchungsbericht ("Garcia-Report") "extrem dubiose Praktiken" ans Licht gebracht. Dass die FIFA dennoch an der WM in Katar festhalte, ist laut des britischen Labour-Abgeordneten Michael Connarty eine "Farce". Der Verfasser der Entschließung sieht darin den Versuch, die "Affäre zu ersticken".

Connarty hat nach eigenen Angaben Einsicht in Dokumente erhalten, die von englischen Medien in den vergangenen Monaten immer wieder auszugsweise veröffentlicht wurden. Diese Dokumente würden vor allem die Zahlung von Schmiergeldern des Katarers Mohammed bin Hammam belegen. Das ist allerdings nicht neu. Das frühere Mitglied des Exekutivkomitees wurde wegen Korruption von der FIFA längst lebenslang gesperrt.

Forderung nach Einhaltung der Grundrechte

Das genügt dem Europarat allerdings nicht aus. Die Argumentation der FIFA, wonach Katar nicht für Verfehlungen Bin Hammams verantwortlich gemacht werden könne, reiche nicht aus, um eine "von Illegalität behaftete Prozedur" zu bestätigen. In der Entschließung des Europarats wird Katar zudem erneut aufgefordert, die Grundrechte ausländischer Arbeitsmigranten einzuhalten.

Die Entschließung wird nun dem Plenum der Versammlung vorgelegt, im April soll darüber abgestimmt werden. Die Entschließung ist rechtlich nicht bindend, da der Europrat institutionell nicht mit der Europäischen Union (EU) verbunden ist. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, der am 29. Mai zum fünften Mal gewählt werden will, wurde zur Debatte des Plenums eingeladen. Die Versammlung rechnet damit, dass der Schweizer der Einladung folgt.

Gutachter: Keine Beweise

Im Dezember hatte die FIFA die Veröffentlichung des "Garcia-Reports" beschlossen. Die beiden deutschen Gutachter Hans-Joachim Eckert und Martin Nolte sind allerdings zu dem Schluss gekommen, dass darin keine Beweise zu finden sind, die eine Neuvergabe rechtfertigen würden.

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