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Im Luschnikistadion wird das WM-Finale stattfinden
Im Luschnikistadion wird das WM-Finale stattfinden © Getty Images

Mit einem Anti-Rassismus-Beauftragten will Russland vor der WM 2018 im eigenen Land die zunehmende Fremdenfeindlichkeit unter seinen Fans ausmerzen.

Alexander Tolkaschew soll im Auftrag des nationalen Verbandes RFU Ursachen und Auswüchse der rassistischen Haltung von Anhängern mehrerer Vereine bekämpfen.

Tolkaschews Anstellung ist zugleich allerdings auch eine Reaktion der Russen auf wachsende Kritik aus dem Ausland.

Angesichts zahlreicher rassistischer Übergriffe von russischen Fans war Russland in der jüngeren Vergangenheit auch hinsichtlich seiner Verantwortung als nächster WM-Ausrichter international mehrfach an den Pranger gestellt worden.

"Wir müssen unbedingt zu null Toleranz gegenüber Fremdenfeindlichkeit kommen. Es sollte dafür eine systematische Annäherung von Vereinen und Fans kommen", sagte Tolkaschew bei seiner Vorstellung und kündigte die Vorlage eines entsprechenden Maßnahmenpaketes an: "Es ist ein weit verbreitetes Problem, das sowohl die Erziehung eines Menschen als auch andere Rahmenbedingungen im Fußball betrifft. Ich hoffe auf einen konstruktiven Dialog mit allen Fußball-Liebhabern in unserem Land."

In Russlands Meisterschaft sind besonders seit dem vergangenen Jahr immer wieder dunkelhäutige Spieler zur Zielscheibe fremdenfeindlicher Parolen, Gesänge und Attacken von gegnerischen Fans geworden.

Die Exzesse, für die russische Klubs wie zuletzt ZSKA Moskau in der Champions League gegen Bayern München bereits mit Zuschauerausschlüssen bestraft worden sind, hatte der deutsche Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi vom russischen Erstligisten Dynamo Moskau schon vor Monaten mit Empörung kommentiert: "Die auf den Rängen, das sind einfach Leute, die nichts im Kopf haben. Mich erschüttert das immer wieder. Das ist zum Verzweifeln, diese dummen Leute kriegst du nicht los."

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