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Dagmar Freitag ist Sportausschussvorsitzende im Bundestag
Dagmar Freitag will den FIFA-Skandal sogar zum Thema beim G7-Gipfel machen © Getty Images

Nach dem Bekanntwerden der jüngsten Korruptionsvorwürfe gegen FIFA-Funktionäre erhöhen deutsche Spitzenpolitiker den Druck auf den Fußball-Weltverband.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) brachte eine Neuvergabe der WM-Endrunden 2018 und 2022 ins Gespräch, der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann und die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag wollen den Skandal sogar zum Thema beim G7-Gipfel machen.

"Wenn sich herausstellt, dass Stimmen gekauft worden sind, ist eine darauf basierende Entscheidung wohl kaum zu halten. Maßgeblich für die Vergabe einer WM darf doch nicht sein, wer die höchsten Schmiergelder zahlt", sagte Maas der Bild-Zeitung mit Blick auf die Endrunden in Russland (2018) und Katar (2022).

Kurz vor der Wahl des neuen FIFA-Präsidenten forderte Maas zudem einen Neuanfang ohne Boss Joseph S. Blatter. "Ich weiß nicht, ob es überhaupt noch jemanden gibt, der Sepp Blatter für den Richtigen hält, um jetzt für Aufklärung zu sorgen", sagte Maas.

Bei den Fans herrsche nur noch Fassungslosigkeit und selbst die Sponsoren hätten erkannt, "dass Werbung bei der FIFA rufschädigend wirken kann".

Nach Ansicht Oppermanns soll der Skandal beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau Anfang Juni auf die Agenda.

"Die extreme Selbstbedienung einiger FIFA-Funktionäre ist derartig schädlich für alle internationalen Bemühungen um die Bekämpfung von Korruption, dass die G7 hier ein deutliches Wort finden sollten", sagte Oppermann der Bild.

Freitag (SPD), Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, schloss sich der Forderung an. Sie beobachtet "ein breites Unverständnis in breiten Teilen der Gesellschaft über die Machenschaften, die wir im Moment beobachten müssen". Im Radio-Interview mit bayern 2 erklärte Freitag: "Solch einen Fußball wollen wir nicht."

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