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Die FIFA wehrt sich gegen die Reportage der ARD
Die FIFA wehrt sich gegen die Reportage der ARD © Getty Images

Der Weltverband FIFA wirft der ARD nach deren Reportage "Der verkaufte Fußball" in einer scharfen Stellungnahme unsaubere Arbeit und die Verdrehung von Fakten vor.

"Dass ein öffentlich-rechtlicher Sender ein derartiges Bashing durchgehen lässt, ist nicht neu, aber doch erstaunlich. Neue Standards im gebührenfinanzierten Qualitätsjournalismus", sagte Walter De Gregorio, FIFA-Direktor Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, am Dienstag.

Praktisch alle Antworten auf einen ARD-Fragenkatalog seien "ignoriert" worden. "Gleichzeitig wird behauptet, die FIFA verschließe sich dem Dialog. Schlimmer noch: Fakten werden verdreht oder aus dem Kontext gerissen. Eines der krassesten Beispiele: Die Passage zum Arbeitsrecht in Russland", sagte De Gregorio.

In der am Montagabend ausgestrahlten Dokumentation werde behauptet, die FIFA fordere von Russland, bestehende Arbeitsgesetze aufzuheben.

"Zwei Stellen in diesem Dokument werden hervorgehoben. Die Zeilen dazwischen werden ausgelassen - Zeilen, die es den Zuschauern ermöglicht hätten, den wahren Inhalt des Dokuments zu verstehen. Die Aufhebung des Arbeitsgesetzes betrifft ausschließlich FIFA-Angestellte in Russland; (...) Es geht in keiner Weise um die Aushebung der Arbeitsbedingungen und den Schutz der Bauarbeiter."

Die ARD-Reportage stärkt den Verdacht auf massive Korruption bei der Vergabe der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Katar sowie im Umgang mit FIFA-Geldern.

Die frühere Pressechefin des katarischen Bewerbungs-Komitees für die WM 2002, Phaedra Almajid, erhebt Bestechungsvorwürfe gegen den FIFA-Vizepräsidenten Issa Hayatou (Kamerun), Jacques Anouma (Elfenbeinküste) sowie den bereits suspendierten Nigerianer Amos Adamu. Diese sollen je 1,5 Millionen Dollar für ihre Stimme kassiert haben.

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