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Der 65. FIFA-Kongress findet in Zürich statt
Der 65. FIFA-Kongress findet in Zürich statt - ohne Monico Puentevella von der Philippinen © Getty Images

Außer den sieben verhafteten Funktionären haben beim Kongress des Fußball-Weltverbandes FIFA in Zürich weitere zwielichtige Personen im Teilnehmer-Kreis gefehlt.

So wartete FIFA-Boss Joseph S. Blatter (Schweiz) bei der Eröffnung auch auf Monico Puentevella von der Philippinen vergeblich, denn das Mitglied der FIFA-Kommission für Marketing und Fernsehen erhielt von den Justizbehörden seines Heimatlandes wegen eines anstehenden Prozesses wegen Bestechung und Veruntreuung öffentlicher Gelder ein Ausreiseverbot.

Puentevella soll in seiner Zeit als Parlamentsabgeordneter Teile einer Zahlung von umgerechnet rund 530.000 Euro für Computer in öffentlichen Schulen seines Wahlkreises abgezweigt haben. Die Anklage war 2013 drei Jahre nach dem Wechsel des 68-Jährigen aus dem Parlament ins Amt des Bürgermeisters von Bacolod erhoben worden, und Puentevella ist seitdem gegen Kaution auf freiem Fuß geblieben.

Beim Versuch, trotz des für den 14. Mai angesetzten Prozessauftakt am FIFA-Kongress teilzunehmen, setzte Puentevella offenbar so manche Lektion von ranghohen FIFA-Kollegen im Umgang mit staatlichen Institutionen um: Zunächst ließ sich der Sportfunktionär für das Verfahren vor dem Anti-Korruption-Gericht in der Hauptstadt Manila wegen "stressbedingten Bluthochdrucks" prozessunfähig schreiben, legte nach der entsprechenden Verschiebung des Termins allerdings eine weitere ärztliche Bescheinigung für seine Reisefähigkeit vor.

Das Gericht schob Puentevellas "unangebrachtem" und "nicht akzeptablem" Vorgehen einen Riegel vor und verbot dem Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees für die Philippinen den Schweiz-Trip.

Der philippinische Fußball-Verband PFF lehnte auf Anfrage der französischen Nachrichtenagentur AFP eine Stellungnahme zum "Fall Puentevella" ab: Weil Puentevella kein Amt beim PFF bekleide, erkärte eine Sprecherin, könne man das Verfahren nicht kommentieren.

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