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Feinde an der Seitenlinie: Jose Mourinho (l.) und Pep Guardiola
Feinde an der Seitenlinie: Jose Mourinho (l.) und Pep Guardiola © Getty Images

Jose Mourinho stichelt mal wieder gegen Pep Guardiola: Mit Lionel Messi im Team hätte jeder dessen Erfolge gefeiert. Sogar der imaginäre Trainer "Anthony".

Seit Jahren verbindet Jose Mourinho eine tiefe Abneigung mit Bayern-Trainer Pep Guardiola.

Gemessen an den gewonnenen Titeln war kein Trainer in der letzten Dekade so erfolgreich wie der Portugiese und der Spanier.

Doch Guardiola gilt als der Coach, der beim FC Barcelona einen neuen Stil prägte und den Fußball revolutionierte.

Mourinho, der mit dem FC Chelsea gerade wieder die Meisterschaft in der Premier League einfuhr, muss sich dagegen regelmäßig für seinen humorlosen Ergebnisfußball rechtfertigen.

"Eine ganz andere Geschichte"

Pep Guardiola prägte bei Barca eine Ära
Pep Guardiola prägte bei Barca eine Ära © Getty Images

Nach der klaren 0:3-Niederlage von Guadiolas Bayern in der Champions League in Barcelona hat Mourinho jetzt die Gelegenheit genutzt, mal wieder einen Nadelstich gegen seinen Lieblingsfeind zu setzen.

Auf die Frage, ob er mit Chelsea gerne den Stil des FC Barcelona oder der Bayern spielen würde, antwortete der 52-Jährige: "Die Leute machen oft einen Denkfehler: Die eine Sache ist ein Team. Die andere Sache ist ein Team mit Messi. Das ist eine ganz andere Geschichte. Er stand im Champions-League-Finale mit Frank Rijkaard. Er stand im Champions-League-Finale mit Guardiola. Er steht - wenn alles normal läuft - im Finale mit Luis Enrique", wird Mourinho in englischen Medien zitiert.

Der Tenor seines Lobgesangs auf den Argentinier: Mit dem Superstar im Team kann jeder Trainer Ruhm einheimsen.

Imaginärer Trainer "Anthony"

Um seiner These Nachdruck zu verleihen, erfand Mourinho sogar einen imaginären portugiesischen Trainer: "Eines Tages spielt er für Anthony – und dann zieht Anthony mit ihm ins Champions-League-Finale ein. Also, wenn jemand Mannschaften analysiert, muss er bedenken, dass dieser Junge alles ändert."

Messi könne jedes Team sofort auf absolutes Spitzenniveau heben: "Haben Sie Zweifel, dass Manchester City mit Messi die Champions League gewinnen kann? Oder Arsenal? Oder Chelsea? Oder Manchester United? Ich glaube schon! Ich sage nicht, sie würden sie immer gewinnen. Ich sage nur ein Team mit diesem Jungen ist ein anderes Team, eine ganz andere Geschichte", legte Mourinho nach.

Dass er - im Gegensatz zu Guardiola - mit Chelsea nicht im Halbfinale der Königsklasse steht, sondern sich schon im Achtelfinale verabschiedete, stört Mourinho gar nicht.

Alles wegen Messi: "Wenn du dir stattdessen Messi anschauen kannst, tut es dir nicht leid, nicht dabei zu sein. Du genießt es so sehr, dass du gar nicht daran denkst, nicht selbst dabei zu sein."

Stundenlange Analyse

Er selbst habe Barcas Nummer 10 genau analysiert, merkte Mourinho an: "Immer, wenn ich gegen Messi gespielt habe, habe ich Stunden damit verbracht, ihn zu studieren und zu versuchen, ihn zu stoppen. Oft waren wir dabei erfolgreich. Manchmal waren wir nicht erfolgreich."

Lionel Messi erzielte zwei Treffer gegen die Bayern
Lionel Messi erzielte zwei Treffer gegen die Bayern © Getty Images

Zu stoppen sei Messi am besten mit einer echten Mourinho-Methode: "Mit Inter haben wir ihn in beiden Spielen aufgehalten. Am besten macht man es mit Manndeckung, das ist besser als jeden mit einzubeziehen. "

Im vergangenen Sommer kursierten Gerüchte, Messi könne den Katalanen den Rücken kehren und sich Mourinho und Chelsea anschließen.

Der Teammanager der Blues glaubt aber nicht, dass Messi Barcelona jemals verlassen wird: "Meine persönliche Meinung: Keine Chance! So ein großer und mächtiger Klub, sie können diesen Spieler nicht verlieren, dieser Spieler gehört ihnen, den Fans. Im Fußball weiß man zwar nie, aber ich glaube nicht."

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