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Luis Figo stellt seine FIFA-Kandidatur vor
Luis Figo hatte wenige Tage vor dem FIFA-Kongress als Gegenkandidat für Blatter zurückgezogen © Getty Images

Die Reaktionen auf die Wiederwahl von Sepp Blatter als FIFA-Präsident haben einen gemeinsamen Tenor: Das ganze Prozedere ist eine Farce. Einige äußern sich sarkastisch.

Die Wiederwahl von Sepp Blatter als FIFA-Präsident hat nicht nur unter Größen des Weltfußballs Reaktionen ausgelöst. Auch Politiker äußern sich zu der erneuten Amtszeit des Schweizers.

SPORT1 hat die wichtigsten Kommentare zusammengestellt:

Wolfgang Niersbach (DFB-Präsident und neues Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees): "Nach den Ereignissen der letzten Woche ist ein Gegenwind zu spüren gewesen, der am Ende aber nicht stark genug war, um auch den von uns gewollten Wechsel herbeizuführen. Innerhalb der UEFA herrschte der Eindruck, dass Prinz Ali eine Chance hat. Dass Blatter sich groß ändern wird, glaube ich nicht. Mit 79 Jahren hat man seinen Stil ja entwickelt. Meine größte Sorge ist, dass es nicht gelingt, Ruhe reinzubekommen. Wir brauchen eine starke FIFA, das ist unglaublich schwierig."

Michel Platini (UEFA-Präsident): "Ich bin stolz darauf, dass die UEFA eine Bewegung für den Wandel bei der FIFA verteidigt und unterstützt hat. Eine Veränderung ist entscheidend, wenn diese Organisation ihre Glaubwürdigkeit zurückgewinnen will. Ich gratuliere meinem Freund Prinz Ali für seine bewundernswerte Kampagne und danke allen Verbänden, die ihn unterstützt haben."

Luis Figo (früherer portugiesischer Nationalspieler und Präsidentschaftskandidat, bei Facebook): "Heute war ein weiterer dunkler Tag in Zürich. Die FIFA hat verloren, aber allen voran haben der Fußball und alle Leute, die ihn wirklich mögen, verloren. Wenn der Fußball Herrn Blatter auch nur ein wenig am Herzen liegen würde, wäre er nicht zur Wahl angetreten. Und wenn er auch nur ein bisschen Anstand hat, tritt er in den nächsten Tagen zurück."

Michael van Praag (Chef des niederländischen Verbandes KNVB und Präsidentschaftskandidat): "Es kann doch gar nicht sein, dass die Leute wollen, dass es einfach so weitergeht. Wir (Verbände der UEFA, Anm.) werden uns schnell zusammensetzen müssen. Es ist doch ganz klar: Es muss jetzt etwas passieren."

Leo Windtner (Präsident des Österreichischen Fußball-Bundes): "Prinz Ali hat einen echten Achtungserfolg erzielt, und das spricht für seine Persönlichkeit. Dieses Ergebnis ist zugleich auch ein Signal an die FIFA und Sepp Blatter, die angekündigten Reformen und Schritte für Sauberkeit und Glaubwürdigkeit sofort anzugehen. Insbesondere erwarten wir, dass bei der morgen stattfindenden Sitzung des Exekutivkomitees der bisherige Status hinsichtlich der Startplätze bei Weltmeisterschaften für Europa weiterhin erhalten bleibt."

Heiko Maas (Bundesjustizminister, via Twitter): "Neuanfang sieht anders aus."

Gary Lineker (ehemaliger englischer Nationalspieler, bei Twitter): "Es war vorhersehbar und ist deprimierend. Alle FIFA-Mitglieder, die für Blatter gestimmt haben, haben das Spiel betrogen, dass sie lieben sollten."

Dietmar Hamann (früherer Nationalspieler, via Twitter): "Dieser FIFA-Nonsens ermüdet mich. Die Tatsache, dass wir eher darüber reden, wer den Fußball regiert als wer ihn spielt, sagt schon alles."

Katrin Göring-Eckardt (Fraktionsvorsitzende der Grünen): "Das ist ein schlechter Tag für den Weltfußball. Mit der Wahl von Blatter hat die FIFA gezeigt, dass sie sich nicht reformieren kann. Die Organisation versinkt immer weiter in der Korruption. Vom FIFA-Kongress ging keine Aufklärung aus, sondern es herrscht Funktionärsstarrsinn. Der Weltsport Fußball ist an einem Tiefpunkt angelangt. Auch die europäischen Vertreter der UEFA agieren ohne Konzept."

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