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US-POLITICS-OBAMA
Barack Obama will sich nicht in die FIFA-Affäre einmischen © Getty Images

US-Präsident Barack Obama hält sich aus der Debatte über die Zukunft des Fußball-Weltverbandes FIFA  heraus.

Das Weiße Haus verzichtete am Freitag zwei Tage nach den von US-Behörden beantragten Festnahmen von hochrangigen Fußball-Funktionären in Zürich auf eine Reaktion auf die Wiederwahl des umstrittenen FIFA-Bosses Joseph S. Blatter (Schweiz) für eine fünfte Amtszeit als Präsident.

"Das ist eine Entscheidung dieser Organisation, die sich gerade in schwerem Aufruhr befindet. Sie haben sie zu treffen, und wir lassen sie sie auch treffen", sagte Obamas Sprecher Josh Earnest.

Obamas Justizministerin Loretta Lynch hatte am vergangenen Mittwoch die Verhaftungen auch von zwei FIFA-Vizepräsidenten in der Schweiz mit schweren Vorwürfen begründet. Lynch beschuldigte die Auslieferungsanträge für die Fußball-Funktionäre mit Korruption, Betrug und Geldwäsche.

Ihren Angaben zufolge haben die Ermittlungen von US-Behörden über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren illegale Geldflüsse in Höhe von gut 135 Millionen Dollar zutage gefördert.

Anders als Obama hatte sich besonders Großbritanniens Premierminister David Cameron in dem FIFA-Skandal eindeutig positioniert und Blatters Abgang gefordert.

"Je eher er geht, desto besser. Man kann nicht zulassen, dass es auf dieser Ebene Korruptionsvorwürfe in diesem Ausmaß gibt, und man dann so tut, dass derjenige, der diese Organisation leitet, auch der Richtige ist, um in die Zukunft zu schreiten", sagte Cameron am Freitag bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin.

Merkel hingegen formulierte ihre Erwartungen an die FIFA etwas zurückhaltender: Wichtig sei, "dass mit der Korruption gebrochen wird, dass Transparenz einkehrt. Die schmutzige Seite muss aufgeräumt werden - und zwar dringend".

Die Regierungschefin mochte sich allerdings nicht Camerons Forderung nach Blatters Ablösung anschließen: "Alle anderen Fragen müssen in der FIFA entschieden werden."

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