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Jack Warner war Vizepräsident der FIFA
Jack Warner war bis 2011 FIFA-Vizepräsident © Getty Images

Im Skandal beim Fußball-Weltverband FIFA sucht der geschasste und Verdacht stehende Ex-Vizepräsident Jack Warner (Trinidad und Tobago) offenbar sein Heil in der Flucht vorn.

Der von der US-Justiz angeklagte einstige Strippenzieher in der CONCACAF-Konföderation attackierte in einem Interview mit dem stern per Rundumschlag den umstrittenen FIFA-Boss Joseph S. Blatter und zugleich auch die westliche Welt.

"Keiner hat so viel Schande über die FIFA gebracht", sagte Warner über Blatter. Allerdings blieb der 72-Jährige, der als ehemaliger Chef des Kontinentalverbandes von Nord- und Mittelamerika sowie Karibik durch illegale Geschäfte mit TV-Rechten und Eintrittskarten für frühere WM-Turniere Millionenbeträge eingestrichen haben soll, Begründungen für seine Einschätzung schuldig.

Fragen nach korrupten Aktionen von Blatter ließ Warner unbeantwortet. Allerdings monierte er, dass nach derzeit bekanntem Stand weder gegen Blatter noch gegen andere Funktionäre in Europa und Asien Ermittlungen laufen würden.

Der frühere Arbeits- und Verkehrsminister von Trinidad und Tobago, der sich 2011 mit Blatter überworfen hatte und danach durch den Rücktritt von seinen FIFA-Ämtern einem Ausschluss durch das Ethikkomitee zuvorgekommen war, wies erneut die Anschuldigungen gegen seine Person zurück. Die US-Behörden ermitteln wegen des Verdachts auf Betrug, Geldwäsche und Bestechung.

Er bezeichnete die Anschuldigungen wiederholt als Revanche der USA für die Niederlage des Landes bei der Abstimmung über die Vergabe der WM-Endrunde 2022 gegen Katar.

Die Ermittlungen im Fußball-Milieu hält Warner für politisch motiviert: Der Westen könne es nicht ertragen, wenn die WM in einem muslimischen und noch dazu arabischen Land wie Katar stattfinden würde. Dabei hätten Länder wie Deutschland und schon gar nicht Amerika ein Anrecht auf die WM.

Bei seinem unfreiwilligen Abschied von der FIFA hatte Warner aus Verärgerung über Blatter brisante Enthüllungen über Fußball-Geschäfte angekündigt und dabei von einer "Bombe" gesprochen.

In seiner Amtszeit als CONCACAF-Boss hatte Warner mehrfach die TV-Rechte an WM-Turnieren für Länder aus seinem Einflussbereich von der FIFA symbolisch für einen Dollar erhalten und danach für Millionensummen weiterverkauft.

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