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Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter soll Reformpläne bei der FIFA diskutieren
Sepp Blatter ist seit 1998 FIFA-Präsident © Getty Images

FIFA-Präsident Sepp Blatter hat seinen Rücktritt bislang nur angekündigt – und könnte jetzt sogar im Amt bleiben. Der Schweizer kann weiterhin auf große Unterstützung bauen.

Die nächste spektakuläre Wende im FIFA-Skandal bahnt sich an: Präsident Sepp Blatter könnte entgegen seiner Ankündigung doch im Amt bleiben.

Nach Informationen der Zeitung Schweiz am Sonntag überlegt der 79-jährige Schweizer ernsthaft, doch nicht auf einem Außerordentlichen Kongress des Weltverbandes (voraussichtlich am 16. Dezember in Zürich) zurückzutreten.

Angeblich wollen Blatter-treue Verbände aus Asien und Afrika den Mann aus dem Wallis zu einem Umdenken bewegen.

Blatter hatte sich auf dem FIFA-Kongress Ende Mai in Zürich trotz heftiger internationaler Kritik in seine fünfte Amtszeit seit 1998 wählen lassen.

Keine 100 Stunden kündigte der ehemalige FIFA-Generalsekretär dann überraschend seinen Rücktritt an. Im Vorfeld des Kongresses hatte es die Festnahme von sieben hochrangigen FIFA-Funktionären, darunter zwei Vize-Präsidenten des Exekutivkomitees, gegeben.

Diese resultierten aus Ermittlungen des FBI wegen des Verdachts der Korruption.

Die FIFA gab am Sonntag auf keinen Kommentar zu dem Zeitungsbericht ab. Die Presseabteilung verwies lediglich auf Blatters Aussagen bei seiner Rücktrittsankündigung vom 2. Juni.

Der DFB machte bereits erneut Druck: "Wir kennen auch nur die Medienberichte aus der Schweiz, die uns in unserer klaren Haltung bestärken: Der von Blatter selbst angekündigte Rücktritt muss jetzt so schnell wie möglich formal vollzogen werden", sagte Mediendirektor Ralf Köttker am Sonntag.

Die Unterstützung aus Afrika und Asien schmeichelt offenbar Blatter, sodass dieser seine Demissionsankündigung überdenken möchte, heißt es in dem Medienbericht. PR-Berater Klaus J. Stöhlker, persönlicher Berater Blatter bei dessen Wiederwahl, sagte: "Es ist schwer, jemanden zu finden, der ebenbürtig ist. Blatter hat den Verband zu einem globalen, sehr erfolgreichen Konzern aufgebaut - und er ist ein Spitzendiplomat."

Weiter äußerte er: "Blatter hat eine faire Chance. Es kommt nun drauf an, wie er sich in den nächsten Monaten verhält." Außerdem sei Blatter der "gewählte Präsident".

Zuletzt hatte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach mit einer 10-Punkte-Agenda an die 6,8 Millionen Mitglieder des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit einem genauen Maßnahmenkatalog als einer der wenigen international anerkannten Funktionäre klar Position bezogen.

Dies war nicht von wenigen als möglicher erster Schritt für eine Bewerbung um das FIFA-Präsidentenamt bewertet worden.

Laut Schweiz am Sonntag soll der Sinneswandel von Blatter auch den Rücktritt von Mediendirektor Walter De Gregorio ausgelöst haben.

Dieser soll den FIFA-Chef zu einem Neuanfang und einem sofortigen Rücktritt geraten haben. De Gregorio wollte sich indes auf Anfrage nicht zu diesem Thema äußern.

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