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Die FIFA-Zentrale in Zürich
Die Schweizer Behörden gehen verdächtigen Zahlungen im Zuge der WM-Vergaben 2018 und 2022 nach © Getty Images

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat im Zuge ihrer Korruptionsermittlungen beim Weltverband FIFA Hinweise auf 28 zusätzliche Verdachtsfälle von Geldwäsche erhalten. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde am Sonntag der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Demnach untersuchen die Ermittler damit in direkter Verbindung mit den umstrittenen WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar nunmehr insgesamt 81 von den Schweizer Banken gemeldete Vorgänge.

"Alle Hinweise stehen in Zusammenhang mit unseren Ermittlungen zu den Entscheidungen bei den WM-Vergaben", erklärte Bundesanwaltschafts-Sprecher Andre Marty.

Erst am 17. Juni hatte der für die juristische Prüfung der WM-Vergaben zuständige Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber die Öffentlichkeit über die Untersuchung von 104 Bankverbindungen und 53 Fällen, bei denen Verdacht auf Geldwäsche besteht, unterrichtet.

Seitdem, erläuterte Marty am Sonntag, habe die Bundesanwaltschaft "beinahe täglich" neue Hinweise erhalten. Details zum finanziellen Rahmen der neuen Hinweise oder auch aller Fälle insgesamt machte Marty nicht.

Die Untersuchungen der Bundesanwaltschaft beruhen auf einer Anzeige der FIFA aus dem vergangenen Herbst gegen Unbekannt. Das Verfahren war eine Reaktion auf den sogenannten Garcia-Report über die Abläufe der WM-Vergaben, der offiziell keine Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten gegeben haben soll und bis heute unveröffentlicht geblieben ist.

Die Schweizer Fahnder operieren zwar eigenständig, kooperieren allerdings mit der ebenfalls ermittelnden US-Justiz. Ende Mai hatte die Schweizer Polizei auf Antrag der US-Behörden vor dem FIFA-Kongress in Zürich zwei damalige FIFA-Vizepräsidenten und fünf weitere hochrangige Fußball-Funktionäre verhaftet.

Lauber hatte bereits Mitte Juni kein Zeitfenster für die Vorlage möglicher Ermittlungsergebnisse hinsichtlich manipulierter Vergaben nennen wollen. Der Staatsanwalt wollte auch nicht ausschließen, dass seine Fahnder ihre Untersuchungen womöglich auch erst nach Austragung der strittigen WM-Turniere abschließen könnten.

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