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FUSSBALL: WM 2002 in JAPAN und KOREA, FIFA KONGRESS
Zen-Ruffinen (r.) könnte wieder für die FIFA tätig werden © Getty Images

Für das neue Personaltableau beim Fußball-Weltverband FIFA hat sich ein alter Bekannter mit allerdings gutem Leumund ins Gespräch gebracht.

Der frühere Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen (Schweiz) schloss zwölf Jahre nach seinem Abgang aus der FIFA-Führung in einem Interview mit der französischen Nachrichtenagentur AFP eine Rückkehr zu seinem früheren Arbeitgeber nicht aus - "wenn man weiß, wer den Verband führen wird und ob er alles in Ordnung bringen will".

Der 56-Jährige hatte seinen Posten wegen eines Zerwürfnisses mit FIFA-Boss Joseph S. Blatter (Schweiz) am Ende der WM-Endrunde 2002 in Japan und Südkorea räumen müssen.

Zen-Ruffinen war nur vier Jahre zuvor nach Blatters Amtsantritt als FIFA-Präsident zum Generalsekretär des Verbandes aufgestiegen.

Im Zuge schon damals in anderen Angelegenheiten von der europäischen Blatter-Opposition aufgeworfenen Korruptionsvorwürfen hatte der frühere Schiedsrichter 2002 ein brisantes Dossier angelegt, das Hin- und Beweise für Bestechungen in der FIFA-Spitze um Blatter enthalten haben soll.

Der FIFA-Chef ließ seinen einstigen Ziehsohn daraufhin fallen und bewirkte Zen-Ruffinens Rauswurf. Zen-Ruffinens Unterlagen kamen nie an die Öffentlichkeit, und der frühere Referee wurde in seinem Aufhebungsvertrag zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Von den Reformen für eine bessere Zukunft der FIFA, für die der Jurist insgesamt 16 Jahre tätig war, hat Zen-Ruffinen konkrete Vorstellungen: "Es müssen bestimmte grundlegende Veränderungen stattfinden, ohne die die FIFA ihre Großsponsoren verlieren wird. Man muss zuerst das gesamte juristische Konstrukt verändern, und außerdem müssen die Spitzenkräfte einer strikten Kontrolle unterworfen werden."

Ein Comeback in seiner früheren Spitzenfunktion hält der Familienvater durchaus für möglich.

Jedenfalls hält Zen-Ruffinen eine Zusammenarbeit mit UEFA-Präsident Michel Platini im Fall einer derzeit durchaus vorstellbaren Wahl des Franzosen zum Blatter Nachfolger für möglich: "Warum nicht? Aber es muss auch eine Zäsur an der Spitze geben." 

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