vergrößernverkleinern
UEFA-Präsident Michel Platini
Michel Platini ist seit 2007 UEFA-Präsident © Getty Images

UEFA-Präsident Michel Platini wird wohl bald seine Kandidatur für den FIFA-Chefposten bekanntgeben. Dadurch könnten auch DFB-Präsident Niersbach und Rauball aufsteigen.

Das Taktieren hat offenbar ein Ende: UEFA-Boss Michel Platini will bis Donnerstag seine Kandidatur zum neuen Präsidenten des tief in der Krise steckenden Fußball-Weltverbands FIFA offiziell bekanntgeben.

Das berichtet die französische Sport-Tageszeitung L'Equipe. Die Entscheidung Platinis steht in jedem Fall kurz bevor, weil Ende der Woche die Frist endet, die sich der 60 Jahre alte Franzose selbst gesetzt hatte.

Platini hat angeblich die Wahl-Zusagen von vier der sechs Konföderationen (Europa, Ozeanien, Südamerika sowie Nord- und Mittelamerika) und gilt nicht zuletzt deshalb als Favorit auf die Blatter-Nachfolge.

Als einziger ernsthafter Gegenkandidat Platinis wird der frühere FIFA-Vize Chung Mong-Joon aus Südkorea erwartet.

Wird Niersbach nun UEFA-Boss?

Sollte Platini nach der Wahl am 26. Februar 2016 die Nachfolge von Joseph S. Blatter bei der FIFA antreten, gilt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach als Anwärter auf den Chefposten bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA).

Karl-Heinz Rummenigge hat für den Fall eines Wechsels Niersbachs zur UEFA Liga-Präsident Reinhard Rauball als Nachfolger ins Spiel gebracht.

"Rauball wäre ohne Frage eine gute Alternative", sagte der Vorstandsboss von Rekordmeister Bayer München der Sport Bild.

Und fügte an: "Er ist ein ausgewiesener Fachmann, der den Job bei der DFL mit viel Fingerspitzengefühl gemacht hat in den letzten Jahren. Sollte Niersbach UEFA-Präsident werden, wäre es gut möglich, dass es diese Kettenreaktion gibt."

Rauball dann als DFB-Präsident?

Ob Niersbach an die Spitze der UEFA wechselt, ist allerdings noch offen.

"Mein Ding ist der deutsche Fußball. Das hat absolute Priorität. Ich bin als DFB-Präsident gewählt und fühle mich sauwohl in dieser Rolle", sagte Niersbach zuletzt.

Und ergänzte: "Selbst wenn Platini sich erklären sollte, wissen wir nicht, ob er auch gewählt wird. Es ehrt mich schon, wenn der eigene Name fällt. Aber Stand heute bin ich kein Kandidat. Ob sich daran etwas ändert, wird sich zeigen."

Aber: Neuanfang mit Platini fraglich 

Die Neuwahl des FIFA-Präsidenten ist nötig geworden, da der 79 Jahre alte Amtsinhaber Blatter am 2. Juni als Folge des Korruptionsskandals seinen Rücktritt angekündigt hat.

Kritiker sehen in einer möglichen Platini-Wahl allerdings nicht den dringend nötigen Neuanfang bei der FIFA, weil der Europameister von 1984 als früherer Blatter-Zögling gilt und zudem aufgrund von Vorwürfen der Vetternwirtschaft stark belastet ist.

Zico will kandidieren

Brasiliens Fußball-Idol Zico will definitiv FIFA-Präsident werden. 

Wie der 62-Jährige am Dienstag bekannt gab, liegt dem brasilianischen Verband bereits schriftlich seine Bitte vor, damit der CBF ihn für das höchste Amt im Fußball-Weltverband vorschlage.

CBF-Generalsekretär Walter Feldmann bestätigte den Eingang des Schreibens, über das aber noch nicht entschieden worden sei.

Die Legende macht Druck

"Ich werde nicht lange auf eine Antwort warten, denn die Zeit geht schnell vorbei und deshalb muss man auch Alternativen haben", verkündete der "weiße Pele", der zwischen 1976 und 1986 für die Selecao 72 Länderspiele bestritt.

Anfang der 90er-Jahre war er kurze Zeit Sportminister und arbeitete danach in acht Länden als Trainer - derzeit beim indischen Erstligisten FC Goa.

Als Zulassungskriterium für die Wahl des Nachfolgers von Amtsinhaber Joseph S. Blatter am 26. Februar 2016 muss Zico bis Ende Oktober von einem Mitgliedsland offiziell als Kandidat vorgeschlagen werden und zudem von mindestens vier weiteren Verbänden Unterstützungsschreiben vorlegen. 

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel