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Sepp Blatter
Joseph S. Blatter wird sein Amt im Februar niederlegen © Getty Images

Der FIFA-Präsident will die Kritik des neuesten Kandidaten für seine Nachfolge nicht auf sich sitzen lassen. Und bezeichnet dessen Korruptionsvorwürfe als "verstörend".

FIFA-Chef Joseph S. Blatter hat mit harscher Kritik den Präsidentschaftskandidaten Chung Mong-Joon in die Schranken verwiesen, nachdem dieser ihn bei der Ankündigung seiner Kandidatur für den Vorsitz im Weltverband am Montag scharf angegriffen hatte.

"Es ist verstörend zu hören, dass Dr. Chung Mong-Joon die FIFA als eine korrupte Organisation bezeichnet", sagte der Schweizer, der seinen Posten im kommenden Februar aufgeben wird, in einer Erklärung.

Schließlich könne der Südkoreaner nicht vergessen haben, "dass er 17 Jahre FIFA-Vizepräsident und Mitglied im Dringlichkeitskomitee der FIFA von 1994 bis 2011 war".

Weiter führte Blatter aus, dass die "persönlichen Attacken" von Chung teilweise von fehlendem Respekt geprägt seien.

Der 79-Jährige weiter: "Ich möchte betonen, dass die FIFA weiterhin dabei ist, die Organisationsstruktur zu verbessern."

Die Arbeit des Weltverbandes in diesem Bereich werde sich kontinuierlich weiterentwickeln, "um den höchsten Standard für die internationale Fußball-Gemeinschaft zu erreichen", so Blatter.

Sein Rivale hatte am Montag in Paris erklärt: "Der wahre Grund, warum sich die FIFA zu solch einer korrupten Organisation entwickelt hat, ist der Fakt, dass seit 40 Jahren die gleiche Person die FIFA führt", sagte Chung mit Blick auf den seit den 70er Jahren in verantwortlichen Positionen bei der FIFA arbeitenden Blatter: "Absolute Macht macht absolut korrupt."

Chung ist der dritte offizielle Bewerber für die am 26. Februar 2016 stattfindende Wahl eines Blatter-Nachfolgers.

Der seit 1998 amtierende FIFA-Boss, der vor seiner Wahl unter seinem Vorgänger Joao Havelange (Brasilien) schon als Generalsekretär wichtigster Funktionär des Verbandes gewesen war, hatte infolge des Korruptionsskandals beim Weltverband im Juli endgültig seinen Rückzug von der FIFA-Spitze angekündigt.

Vor Chung hatten bereits Präsident Michel Platini (Frankreich) von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und Brasiliens Idol Zico ihre Bewerbungen für das FIFA-Präsidentenamt angemeldet.

Chung hatte Ende Juli bereits UEFA-Boss Platini die Befähigung zur Übernahme des FIFA-Präsidentenamtes abgesprochen: "Es wird sehr schwer für Platini, weitreichende Reformen durchzusetzen. Es ist fraglich, ob Platini eine neue Ära symbolisieren kann. Platini ist ein Produkt des jetzigen Systems."

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