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Issa Hayatou ist seit 1990 im FIFA-Exekutivkomitee © Getty Images

Nach der Suspendierung von Präsident Sepp Blatter übernimmt Issa Hayatou das höchste Amt der FIFA. Der gesundheitlich angeschlagene Kameruner ist jedoch skandalumwittert.

Der Fußball-Weltverband FIFA hat den Kameruner Issa Hayatou als amtierenden Präsidenten bestätigt.

In einer offiziellen Erklärung teilte die FIFA weniger als zwei Stunden nach der Suspendierung des gewählten Präsidenten Sepp Blatter für 90 Tage die vorläufige Übernahme der Amtsgeschäfte durch den dienstältesten FIFA-Vizepräsidenten mit.

Der 69 Jährige bestätigte dann wenig später auch, dass er "nur interimsweise" das Amt bekleiden und für den außerordentlichen Kongress am 26. Februar 2016 "nicht als Kandidat zur Verfügung stehen" werde.

Bis zu diesem Zeitpunkt, versicherte Hayatou, wird er sich "für das Wohl der Organisation, der Mitgliedsverbände, der Mitarbeiter, der Partner und der Fußball-Fans weltweit einsetzen". Die FIFA werde den eingeschlagenen Reformprozess weiterführen und mit den Behörden kooperieren, "weil das wichtig ist, um das öffentliche Vertrauen wieder zu gewinnen".

Der Kameruner, seit 1988 Präsident des afrikanischen Fußballverbandes CAF und seit 1992 im FIFA-Exekutivkomitee, musste sich in der Vergangenheit selbst immer wieder mit Korruptionsvorwürfen auseinandersetzen. Zuletzt berichtete die ARD über eine Millionen-Zahlung an den Kameruner, damit dieser im Dezember 2010 für Katar als Ausrichter der WM 2022 stimmt. Dafür gebe es Zeugen.

Dennoch fiel der Name der neuen (Interims-)Nummer eins, der bei der Präsidenten-Wahl 2002 in Seoul gegen Blatter verloren hatte, seltener im Zuge des neuerlichen Korruptionsskandals, in dem Schweizer- und US-Behörden unabhängig von einander ermitteln, als der anderer zwielichtiger Gestalten im FIFA-Exko.

Von einer "Reisephobie", wie sie Blatter, gegen den ein Strafverfahren eröffnete wurde, offensichtlich hatte, war bei Hayatou bislang nichts zu spüren.

Blatter wollte sein Amt am 26. Februar 2016 bei einem Außerordentlichen FIFA-Kongress zur Verfügung stellen.

Dann müsste Stand jetzt der Nachfolger Hayatous gewählt werden.

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