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Theo Zwanziger war Präsident des DFB
Theo Zwanziger wurde im September 2006 zum alleinigen DFB-Präsidenten gewählt © Getty Images

Der Deutsche Fußball-Bund denkt über eine Anzeige gegen Theo Zwanziger nach. Er soll über den Zweck einer ominösen Millionenzahlung an die FIFA Bescheid gewusst haben.

Im Zusammenhang mit einer bislang ungeklärten Überweisung des DFB an die FIFA gibt es offenbar einen neuen Sachverhalt.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, erwägt der DFB nun eine Anzeige gegen den Ex-Präsidenten Theo Zwanziger wegen Untreue. Das Blatt beruft sich dabei auf Quellen aus dem Führungszirkel des Verbandes.

Demnach wird beim DFB wohl vermutet, dass Zwanziger über die genauen Umstände der Überweisung von 6,7 Millionen Euro im Jahr 2005 auf ein Genfer Konto der FIFA Bescheid wusste.

Zwanziger stand dem Verband zu dieser Zeit zusammen mit Gerhard Mayer-Vorfelder vor.

Eine Bestätigung vonseiten des DFB gab es Dienstag auf SID-Nachfrage aber zunächst nicht. 

Kulturprogramm oder schwarze Kasse?

Der DFB gibt an, dass die Summe für das Kultur-Programm bei der WM 2006 genutzt wurde. Der Spiegel hingegen behauptet, dass der Betrag aus einer von Ex-Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus gefüllten, schwarzen Kasse stamme.

Mit dem Geld sollen auch vier Stimmen für die WM-Vergabe gekauft worden sein.

Zuvor hatte Zwanziger seinen direkten Nachfolger unter Druck gesetzt. Die Bild zitierte am Montag aus einer Mitteilung von Zwanzigers Anwalt Hans-Jörg Metz, nach der Niersbach schon länger von Problemen mit der 2005 an den Weltverband getätigten und angeblich bei der FIFA zweckentfremdeten Überweisung von 6,7 Millionen Euro gewusst habe.

Das für Sport zuständige Bundesinnenministerium teilte auf Anfrage der Süddeutschen mit, dass in seinen "hier vorliegenden Unterlagen" zur WM keine Hinweise auf die Zahlung oder einen geplanten Zuschuss des OK zu den Kosten für die Gala gefunden worden seien. 

Dreyfus-Zahlung erst 2002?

Die Bundestagsfraktion der Grünen fordert unterdessen von Niersbach Auskunft über die Korruptionsaffäre im Zusammenhang mit der Vergabe der WM 2006.

Was die ominöse Zahlung des ehemaligen adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus an das Umfeld des DFB angeht, gibt es laut Bild eine neue Sachlage: Angeblich ist diese erst zwei Jahre nach der Vergabe der WM 2006 an Deutschland geflossen.

Den Termin 2002 nannte das Blatt am Montag und berichtete zudem, das Geld solle ihren Informationen zufolge "nichts mit der WM-Vergabe zu tun gehabt haben".

Damit widerspricht die Zeitung in Teilen der Recherche des Nachrichtenmagazins Spiegel, das in seiner am Samstag erschienenen Ausgabe Indizien für Ungereimtheiten im Zuge der deutschen Bewerbung vorgelegt hatte.

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