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Real Madrid CF v Bayern Muenchen - UEFA Champions League Semi Final
Franz Beckenbauer steht erneut im Fokus der FIFA-Ethikkommission © Getty Images

Die Ethikkommission enthüllt in Kürze weitere Informationen zum FIFA-Skandal und macht dabei vor Namen wohl keinen Halt. Betroffen sein könnte auch Franz Beckenbauer.

Im FIFA-Skandal droht das nächste Beben: Die Ethikkommission des Weltverbandes wird am Mittwoch Informationen zu den aktuell "anhängigen Verfahren" bekannt geben und dabei möglicherweise auch Namen nennen.

Davon betroffen sein wird neben den suspendierten FIFA- und UEFA-Präsidenten Sepp Blatter und Michel Platini wahrscheinlich auch Franz Beckenbauer.

Beckenbauers Fall steht aber nicht im Zusammenhang mit den Vorwürfen zur Vergabe der WM 2006, sondern es geht um Vorgänge aus dem Jahr 2014.

Beckenbauer war als damaliges Exko-Mitglied an den Vergaben der Weltmeisterschaften an Russland 2018 und Katar 2022 beteiligt. Beide WM-Vergaben stehen unter Manipulationsverdacht.

Beckenbauer hatte auf eine erste Befragung nicht geantwortet, da er den englischen Fragebogen nach eigenen Angaben nicht verstanden habe.

Er war daraufhin im Juni 2014 für 90 Tage für alle Tätigkeiten im Fußball gesperrt worden und durfte deshalb auch nicht zur WM nach Brasilien reisen.

Nach Beckenbauers verspäteten Antworten Ende Juni 2014 war die Sperre ausgesetzt worden. Die Ermittlungen liefen aber weiter, sollen nun abgeschlossen sein. Eine neue Sperre ist möglich.

Generell wird die Kommission am Nachmittag Auskunft erteilen, "sobald die betroffenen Parteien benachrichtigt worden sind", hieß es am Dienstag in einer Pressemitteilung.

Die zuvor getroffene Entscheidung des FIFA-Exekutivkomitees, künftig für mehr Transparenz bei der Arbeit der Ethikkommission zu sorgen, stieß auf Zustimmung.

"Künftig wird es möglich sein, die Eröffnung eines Verfahrens gegen führende Repräsentanten des Weltfußballs auf Anfrage zu bestätigen", teilte die Ethikkommission mit.

Mit Blick auf mehr Transparenz hatte das Exekutivkomitee bei seiner Dringlichkeitssitzung am Dienstag entschieden, dass der entsprechende Artikel (36) des Ethikcodes "abgeändert" wird.

Damit folgte das Exko einem Antrag der Vorsitzenden Hans-Joachim Eckert (München/rechtsprechende Kammer) und Cornel Borbely (Schweiz/ermittelnde Kammer).

Sie hatten gefordert, künftig zumindest auf Anfrage Auskünfte zu laufenden Ermittlungen und Beschuldigten zu geben sowie Urteile noch vor Erlangung der Rechtskraft begründen zu können.

Außerdem sollen beide in Fällen von aufkommenden Falschinformationen in der Öffentlichkeit Richtigstellungen vornehmen dürfen.

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