Video

Der FIFA-Skandal um Sepp Blatter und Michel Platini schlägt hohe Wellen. Reinhard Rauball, Heiko Maas und der niederländische Verband KNVB begrüßen die Entwicklungen.

Von "Super-GAU" bis "guter Tag": Die Reaktionen auf die Suspendierung von FIFA-Präsident Sepp Blatter und UEFA-Boss Michel Platini sind einhellig.

Allerdings appellieren fast alle an die Verbände, die Reformen weiter voranzutreiben: "Der Weltfußball steht vor der größten Herausforderung seiner Geschichte", teilt Liga-Präsident Reinhard Rauball mit.

SPORT1 hat die wichtigsten Reaktionen zusammengestellt.

Thomas Bach (IOC-Präsident): "Genug ist genug. Wir hoffen, dass nun jeder bei der FIFA verstanden hat, dass man nicht passiv bleiben darf. Es muss umgehend gehandelt werden, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, da man nicht auf Dauer die Glaubwürdigkeit der FIFA von der Glaubwürdigkeit des Fußballs abkoppeln kann."

Wolfgang Niersbach (DFB-Präsident): "Was da passiert ist, ist der absolute Super-GAU. Dass wir an der wichtigsten Stelle des Weltfußballs eine Führungslosigkeit haben, ist unfassbar. Der Präsident ist nicht mehr da, der Generalsekretär ist schon vorher gegangen worden. Das ist der absolute Tiefpunkt."

Reinhard Rauball (Liga-Präsident): "Der Weltfußball steht vor der größten Herausforderung seiner Geschichte. Alle, die unbelastet sind und Interesse am Fußball haben, sind nun aufgerufen, sich dabei im Sinne des Sports zu engagieren. Die großen Nationalverbände und Ligen in Europa sind meiner Meinung nach zwingend gefordert, mit einer gemeinsamen Position ihr Gewicht für einen echten Neuanfang einzubringen."

Alfons Hörmann (DOSB-Präsident): "Es wäre schön gewesen, wenn er selbst zu dieser Erkenntnis gekommen wäre. Die Ethikkommission hat jetzt Verantwortung übernommen und die notwendige Konsequenz gezeigt. Damit wird der Neubeginn möglich, der für die FIFA dringend notwendig und für den gesamten Sport von Bedeutung ist."

Sylvia Schenk (Anti-Korruptions-Expertin): "Blatter täte der FIFA den besten Gefallen, wenn er sofort zurücktreten würde. Nur dann lässt der Druck nach. Das Problem mit der Ethikkommission ist, dass sie nie ihre Gründe für die Entscheidungen veröffentlicht. Das ist eine Geheimjustiz der FIFA, man weiß nicht, wer was warum entscheidet."

Frank Steffel (MdB und Obmann im Sportausschuss für die CDU-CSU-Fraktion): "Heute ist ein weiterer guter Tag für die FIFA und deren Weg zu neuer Glaubwürdigkeit. Die Suspendierungen von Blatter und Platini mag mehr Symbol- als Wirkungskraft haben, doch steter Tropfen höhlt den Stein. Goliath Blatter wird sich im Kampf gegen David nicht mehr lange behaupten können."

Andrew Orsatti (FIFPro-Kommunikations-Chef): "Für die FIFPro haben sämtliche Entscheidung über Reformen bei der FIFA in diesen stürmischen Zeiten keine Glaubwürdigkeit mehr. Nur durch die Beteiligung entscheidender Parteien wie Spielern und Vereinen würde etwas Befriedigendes erreicht werden."

Heiko Maas (Bundesjustizminister via Twitter): "Endlich die Rote Karte für #Blatter. Das ist eine gute Nachricht für den Fußball und alle Fans."

Özcan Mutlu (Sprecher für Sportpolitik bei Bündnis 90/Die Grünen): "Nun sind die Verbände der UEFA und FIFA aufgefordert, alles zur Aufklärung zu tun und dringend notwendige Strukturreformen vorzunehmen, damit sich keine neuen korrupten Systeme etablieren können. Wir erwarten auch von unserem Fußballverband DFB, dass er alles in seiner Macht stehende unternimmt, um Reformen bei der UEFA und FIFA voranzutreiben. Zugleich fordern wir die Untersuchung der WM-Vergaben 2018 in Russland und 2022 Katar."

Niederländischer Fußball-Verband KNVB via Twitter: "Es ist eine Schande für den gesamten Fußball, dass der FIFA-Präsident Sepp Blatter zum wiederholten Mal für sehr schlechte Nachrichten sorgt. (...) Wer den Fußball liebt, wird durch diese Entwicklungen entsetzt."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel