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Die Schweizer Justiz hat verdächtige Vorgänge im Zusammenhang mit der WM 2006 entdeckt
Das Logo der WM 2006 © Getty Images

Eine ominöse Zahlung des ehemaligen adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus an das Umfeld des DFB ist angeblich erst zwei Jahre nach der Vergabe der WM 2006 geflossen.

Eine ominöse Zahlung des ehemaligen adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus an das Umfeld des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist angeblich erst zwei Jahre nach der Vergabe der WM 2006 an Deutschland geflossen.

Den Termin 2002 nannte die Bild am Montag und berichtete zudem, das Geld solle ihren Informationen zufolge "nichts mit der WM-Vergabe zu tun gehabt haben".

Damit widerspricht die Zeitung in Teilen der Recherche des Nachrichtenmagazins Spiegel, das in seiner am Samstag erschienenen Ausgabe Indizien für Ungereimtheiten im Zuge der deutschen Bewerbung vorgelegt hatte.

Dreyfus soll - nach heutigem Wert - 6,7 Millionen Euro in Richtung DFB überwiesen haben, laut Spiegel sollen damit im Jahr 2000 Funktionäre zur Stimmabgabe für Deutschland bewegt worden sein.

DFB-Präsident Niersbach versicherte am Montag erneut energisch, es habe "keine schwarzen Kassen und keinen Stimmenkauf gegeben".

Das WM-OK habe den Bewerbungsprozess "mit lauteren Mitteln" am 6. Juli 2000 für sich entschieden. Die "Behauptungen des Spiegels" werde der DFB "widerlegen und presserechtlich dagegen vorgehen".

Allerdings wäre auch eine nachträgliche Belohnung von Funktionären für ihre Stimmabgabe womöglich kein Einzelfall.

Ermittlungen im Zuge des Skandals beim Weltverband FIFA ergaben Ende Mai, dass Südafrika 2008 - vier Jahre nach der Vergabe - über die FIFA zehn Millionen Dollar an den Kontinentalverband CONCACAF hatte überweisen lassen.

Das Geld diente angeblich der Förderung von Fußball-Entwicklungsprogrammen, allerdings sind offenbar große Teile der Summe beim damaligen CONCACAF-Boss Jack Warner (Trinidad und Tobago) versickert.

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