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Helmut Sandrock stellte sich der Sportministerkonferenz
Helmut Sandrock stellte sich der Sportministerkonferenz © Getty Images

DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock ist vor der Sportministerkonferenz in Köln um Nachfragen bezüglich seiner Kenntnis über das DFB-Skandaldokument herumgekommen.

"Das war etwas schwierig, weil das zeitgleich über die Ticker gelaufen ist. Ich habe das erst nachher gesehen, und es hat ihn auch niemand sonst aus der Runde danach gefragt", sagte Nordrhein-Westfalens Sportministerin Christina Kampmann (SPD), die Vorsitzende der Sportministerkonferenz, auf der Abschluss-Pressekonferenz der Veranstaltung am Freitag.

Sandrock hatte das Gremium am Donnerstag über den Stand der Affäre um die Heim-WM 2006 und der damit zusammenhängenden staatsanwaltlichen Ermittlungen informiert.

Auf Details wollte Kampmann nicht eingehen, Sandrock habe aber "nichts gesagt, was nicht schon aus der Presse bekannt gewesen" wäre.

Den Vorwürfen von Donnerstag zufolge soll der Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) schon erheblich länger von dem Dokument, das möglicherweise Hinweise auf einen Bestechungsversuch durch das deutschen Bewerbungskomitee gibt, Kenntnis gehabt haben als angenommen.

"Die Länder erwarten vollständige Information und Aufklärung rund um die Bewerbung des DFB um die WM 2006. Diejenigen, die sich in diesem Zusammenhang etwas haben zu Schulden kommen lassen, müssen entsprechend sanktioniert werden", sagte Kampmann und bezog die Forderung auch direkt auf Franz Beckenbauer: "Wenn Herr Beckenbauer etwas zur Aufklärung beitragen kann, sollte er das auch unbedingt tun."

Man solle allerdings "den Blick nach vorne richten", ergänzte die Ministerin und forderte vom DFB die Installierung "moderner Transparenzregeln und Good-Governance-Methoden".

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sieht den DFB mittlerweile auf einem guten Weg in Richtung Aufklärung.

"Wir haben den Eindruck, dass der DFB alles dafür tut und tun wird, um die Aufklärung voranzutreiben", sagte der DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper. Beckenbauer solle man laut Vesper "die Zeit geben, sich intern zu äußern, was er ja bereits angekündigt hat".

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