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Ist schnell mal gelangweilt von Fußball: Mauretaniens Präsident Mohamed Ould Abdel Aziz. © dpa Picture-Alliance

München - Mauretaniens Präsident Mohamed Ould Abdel Aziz gefiel das Supercup-Finale so wenig, dass er die Partie nach 63 Minuten abbrechen und ein Elfmeterschießen durchführen ließ.

Ach ja, Fußball und seine - äh - Diktatoren. Seit 2009 ist General Mohamed Ould Abdel Aziz gewählter Präsident Mauretaniens, ein Jahr zuvor hatte er sich dank des Militärs an die Macht geputscht.

Nun soll Abdel Aziz ein Fußballspiel in der 63. Minute abbrechen lassen und befohlen, sofort ein Elfmeterschießen durchzuführen. Wie die "Gazzetta dello Sport" in ihrer internationalen Ausgabe berichtet, soll Aziz das nationale Supercup-Spiel zwischen den Mannschaften Tevragh-Zeina and ACS Ksar so gelangweilt haben, dass er es beim 1:1 quasi per präsidialem Dekret abbrechen ließ.

Der Schiedsrichter ordnete daraufhin – sehr zum Ärger der Fans und Spieler – sofort ein Elfmeterschießen an. Dieses gewann Tevragh-Zeina.

Verbandspräsident verneint Beteiligung des Staatschefs

Die bizarre Entscheidung des Staatschefs führte zu Protesten im ganzen Land, nicht nur Fußballfans forderten eine Erklärung. Der Präsident des mauretanischen Fußballverbandes Ahmed Ould Abderrahmane erklärte schließlich: "Ich bestreite eine Intervention des Präsidenten der Republik aufs entschiedenste. Die Entscheidung erfolgte aus organisatorischen Gründen in Abstimmung mit den Präsidenten und Trainern beider Mannschaften."

Nun ja. Möglicherweise sollte Präsident Abdel Aziz sich Fußballspiele künftig trotzdem im Fernsehen anschauen. Da soll man auch mal wegschalten können.  

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