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Nach der Sperre des suspendierten FIFA-Präsidenten Sepp Blatter gehen seine Landsleute hart mit ihm ins Gericht und titeln in Verbindung mit dem ebenfalls aus dem Verkehr gezogenen Michel Platini von einem "Göttersturz".

Die italienische Repubblica schreibt derweil von einem "Eigentor der Herren des Fußballs".

SPORT1 fasst die internationalen Pressestimmen zusammen.

SCHWEIZ

Blick (Offener Brief des Chefredakteurs): "Müssen wir jetzt Mitleid haben? Drei Tage vor dem Heiligen Abend wirst Du, Joseph, aus Deinem Stall gejagt. Mit Schimpf und Schande. Drei Tage vor dem Fest der Liebe schlägt Dir Hohn und Spott entgegen. Nein, das ist keine schöne Weihnachtsgeschichte."

"Müssen wir jetzt Mitleid haben? Nein! Weil Du genau dieses Spiel auch mitgespielt hast. Unliebsame Weggefährten wurden von heute auf morgen aussortiert. Macht und Machterhaltung war stets die oberste Devise. Um jeden Preis."

"Deine Ära ist endgültig vorbei. Dieses patriarchale und marode Gebilde muss und wird von Grund auf erneuert. Und das ist gut so. Du redest Dich um Kopf und Kragen. Der gestrige Auftritt war eine satirische Muppet-Show. Das verzweifelte Zappeln im Netz der Juristen und Untersuchungsbehörden ist nur noch eines: hilflos! Besinnliche Weihnachtstage haben mit Besinnung zu tun. Das Spiel ist aus. Der einzige, der das nicht realisieren will, bist Du selber."

NZZ: "Das verlorene Endspiel. Das unehrenhafte Ende eines Präsidenten, der immer ein Ehrenmann sein wollte. Joseph Blatter und Michel Platini wollen rekurrieren, aber die Zeit ist knapp. Ihre Ziele werden sie kaum mehr erreichen. Der Göttersturz."

Tagesanzeiger: "Blatters letzte Messe. Der Gesperrte wehrt sich - an jenem Ort, wo für ihn alles begonnen hat."

Basler Zeitung: "Blatter ist nur noch peinlich. Dass er notfalls bis vors Bundesgericht ziehen will, zeigt eindrücklich, wie sehr er die Bodenhaftung verloren hat."

FRANKREICH

L'Equipe: "Sein letztes Gefecht. Michel Platini will kämpfen, um seine Ehre wiederherzustellen und versucht, noch für die FIFA-Präsidentschaft zu kandidieren. Er spielt jetzt seinen letzten Trumpf aus."

Le Parisien: "Hat Platini im Fußball noch eine Zukunft? Die Verurteilung ist eine schwere Hypothek für den einstigen Strategen der Bleus."

Ouest France: "Steht Michel Platini jetzt im Abseits? Die Präsidentschafts-Träume entfernen sich. Er wollte wie Ikarus der Sonne zu nahe sein und ist dabei verbrannt. Er hat zu lange einem korrumpierten System die Hand gehalten."

Courrier de l’Ouest: "Blatter und Platini sind zu einem juristischen Marathon bereit. Die Entscheidung wirkt wie ein Leitmotiv am Ende eines Jahres, das für die FIFA ein Albtraum war."

ENGLAND

Daily Mail: "Die FIFA-Dinosaurier sind endgültig ausgestorben."

Guardian: "Während sie (Blatter und Platini, Anm. d. Red.) darum kämpfen, vor dem FIFA-Berufungsausschuss und dem Internationalen Sportgerichtshof CAS ihre Namen rein zu waschen, sieht das Urteil danach aus, dass der Vorhang zu Blatters umstrittener 40-jähriger Amtszeit bei der FIFA fällt - und damit auch Platinis Hoffnung stirbt, ihn zu ersetzen."

The Sun: "Blatter sagte in seiner bizarren Rede elf Mal 'Sorry'. Aber er bat nicht um Verzeihung. Mit solch einer Gabe für Melodramatik hätte Blatter in einem anderen Leben Country-Sänger werden können, bettelnd in den Gebirgsstraßen, um nach Hause zu kommen, dorthin, wo er hingehört - der FIFA-Bunker hoch über Zürich, wo er nicht mehr Fuß fassen kann."

SPANIEN

Marca: "Raus! Die FIFA-Ethikkommission beendet die Korruption von Blatter und Platini und bestraft sie mit acht Jahren Vertreibung aus dem Fußball."

AS: "Endstation für Blatter und Platini."

ITALIEN

Corriere dello Sport: "Illusionen zerschellen, eine Ära endet. Eine Ära, die viel zu lange gedauert hat, und eine andere Ära, die mit Platini erst hätte beginnen sollen."

Repubblica: "Das Eigentor der Herren des Fußballs. Blatter und Platini, eine kranke Geschichte, ein synchronischer Sturz wie der zweier Wasserspringer, die zusammen abstürzen."

La Stampa: "Das letzte Spiel. De facto ist die FIFA enthauptet worden. Die bisherige Führung gibt es nicht mehr. Für Blatter geht eine Ära zu Ende, für Platini könnte es wie im schlimmsten Albtraum werden."

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